30.01.2012
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Parabolrinnenkraftwerke / CSP

Direktverdampfung wird kommerziell

Technik ist noch steigerungsfähig

Mit TSE 1 ging in Thailand das erste Parabolrinnenkraftwerk mit Direktverdampfung in Betrieb. Insgesamt sollen 15 solcher Kraftwerke in Thailand gebaut werden. Die erste Anlage arbeitet noch unter den Möglichkeiten, die in der Technologie stecken.

 - Das Parabolrinnenkraftwerk TSE 1 in Thailand arbeitet mit einer neuen Technologie. Es arbeitet aber noch nicht am Limit, dass dies Direktverdampfung eigentlich erreichen kann.
Das Parabolrinnenkraftwerk TSE 1 in Thailand arbeitet mit einer neuen Technologie. Es arbeitet aber noch nicht am Limit, dass dies Direktverdampfung eigentlich erreichen kann.
Foto: Solarelite

Mit der Inbetriebnahme des Kraftwerks TSE 1 in der thailändischen Provinz Kanchanaburi, kommt zum ersten mal die neue Technologie der Direktverdampfung in Parabolrinnenkraftwerken kommerziell zum Einsatz. Dabei werden die bisher verwendeten Thermoöle durch Wasser ersetzt. Von der Sonne erhitzt, verdampft das Wasser und treibt direkt eine Turbine an, die sauberen Solarstrom erzeugt und ins thailändische Netz einspeist. Die mit 45.000 Quadratmeter Kollektorfläche vergleichsweise kleine Anlage hat eine elektrische Gesamtleistung von fünf Megawatt und soll etwa 9 Gigawattstunden Strom jährlich liefern. Die Effizient der gesamten Anlage ist mit 26,4 Prozent angegeben.

Der Vorteil der Direktverdampfung liegt in seiner Effizienz gegenüber den bisher eingesetzten Thermoölen. Nicht nur, dass sich ein Wärmetauscher erübrigt, es sind auch höhere Temperaturen möglich, wodurch die Effizienz des Kraftwerkes gesteigert wird. War mit den Thermoölen der Kraftwerksbetrieb auf 400 Grad Celsius begrenzt, sind mit der Direktverdampfung bis zu 500 Grad Celsius bei einem Druck von bis zu 120 Bar möglich. Hier arbeitet TSE 1 noch nicht am Limit, denn die Anlage erreicht nur etwa 330 Grad Celsius bei einem Druck von 30 Bar. Die noch in der Projektierungsphase befindliche Schwesteranlage TSE 2, die in der Provinz Suphanburi entsteht, soll dann schon mit einer Temperatur von 400 Grad Celsius und einem Druck von 40 Bar arbeiten und eine Leistung von 9 Megawatt liefern.

Komplexe Steuerung und Regelung

Komplexer als in den bisherigen Parabolrinnenkraftwerken fällt bei der Direktverdampfung das Steuerungs- und Regelungskonzept aus, um Druck und Temperaturen in der Anlage konstant zu halten. TSE 1 arbeitet mit einer Kombination aus Rezirkulation und Einspritzmodus. Dabei wird dem Wasserkreislauf immer wieder Dampf zugeführt, um den Druck zu stabilisieren.

Bisher gab es nur Versuchsanlagen dieser Art. Eine solche steht im südspanischen Carboneras und wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen mit dem spanischen Energieversorger Endesa betrieben. Das DLR ist auch an TSE 1 beteiligt. Insgesamt plant der Kraftwerksentwickler Solarelite aus Duckwitz in Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit Thai Solar Energy, Investor und Betreiber von TSE 1 und TSE 2, den Bau von 15 solcher Anlagen mit einer Gesamtleistung von 135 Megawatt. (Sven Ullrich)

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