11.04.2017
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Stromverbindungen

HGÜ-Konverterstationen für England und Frankreich

Das Technologieunternehmen ABB hat vom englischen Netzbetreiber National Grid und dem französischen Eigentümer und Netzbetreiber Réseau de Transport d’Electricité (RTE) einen Auftrag in Höhe von 270 Millionen Euro erhalten. Dafür soll der Konzern ein Umspannwerk liefern, um so die Verbindung der Stromnetze in England und Frankreich auszubauen. Dieses ist auch als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) bekannt.

 - HGÜ-Ventile wandeln Wechsel-in Gleichstrom und umgekehrt. Die Umwandlung erfolgt mit Hilfe tausender Halbleiter, die in bestimmten Formationen gestapelt sind.
HGÜ-Ventile wandeln Wechsel-in Gleichstrom und umgekehrt. Die Umwandlung erfolgt mit Hilfe tausender Halbleiter, die in bestimmten Formationen gestapelt sind.
ABB Energietechnik

Es handelt sich hierbei um ein Verbundprojekt, das sowohl die englischen als auch französischen Strommärkte weiter integrieren soll. Geplant ist, dass sich die Verbindung mit einer Kapazität von 1.000 Megawatt (MW) über eine Entfernung von 240 Kilometern erstreckt: von Chilling in Hampshire an der Südküste Englands durch den Ärmelkanal bis Tourbes in Nordfrankreich.

Konverterstationen

Bei der HGÜ-Schlüsseltechnologie handelt es sich um ein Umspannwerk für Offshore-Windparks, das im Meer installiert ist. Per Seekabel wird die von Offshore-Turbinen produzierte Energie zur angeschlossenen Konverterstation auf dem Meer weitergeleitet, wo die Energie zur Verhinderung von Übertragungsverlusten in eine höhere Spannung umgewandelt wird, bevor sie schließlich an Land transportiert wird. Zudem übertragen die Kabel Richtung Festland durch die höhere Spannung eine höhere Leistung, wodurch die Anzahl der zu verlegenden Kabel reduziert wird. Ist die Spannung an der Küste angekommen, wird sie zurückgewandelt und ins Stromnetz eingespeist.

ABB entwickelte diese Technologie weiter und führte eine spannungsgeführte (VSC – voltage sourced converter) Lösung mit dem Namen HVDC Light ein. Je eine dieser HVDC-Light-Konverterstationen wird der Konzern nach Frankreich und England liefern, woraufhin sie mit einem Seekabel verbunden werden. Jede der beiden Konverterstationen wandelt Wechselstrom in Gleichstrom und vor der Distribution wieder zurück in Wechselstrom. Der größte Vorteil der HGÜ-Technologie ist, dass auf diese Weise große Strommengen über weite Strecken mit geringen Übertragungsverlusten transportiert werden können. Darüber hinaus verfügt die HVDC-Light-Technologie über erweiterte Funktionen wie beispielsweise die Regelung von Netzschwankungen und Wiederherstellung der Versorgung bei Stromausfall.

“Dieser Auftrag stärkt unsere Position als führender Anbieter von HGÜ-Technologien. Darüber hinaus unterstützt er uns in unserem Transformationsbestreben nach profitablem Wachstum, als bevorzugter Partner für ein stärkeres, intelligenteres und grüneres Netz“, sagt Claudio Facchin, Leiter der Division Stromnetze von ABB.

Bis 2020 sind noch drei weitere HGÜ-Verbindungen für Europa geplant: Nemo Link (England – Belgien), Nord Link (Deutschland – Norwegen) sowie NSN Link (England – Norwegen).
(Maria Dahl)

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