19.04.2017
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Interview mit Envision-Chef Felix Zhang

Kluge Windkraft aus China für Deutschland

Felix Zhang ist Executive Director der Windkraft-Firma Envision Energy mit Hauptsitz in Shanghai, China. In der aktuellen Ausgabe unseres Print-Magazins erzählt er, wie er den chinesischen Markt einschätzt. An dieser Stelle gibt es einen kleinen Vorgeschmack zum Thema Smarte Windturbinen.

 - Felix Zhang im Hof der Berliner Kulturbrauerei.
Felix Zhang im Hof der Berliner Kulturbrauerei.
Nicole Weinhold

2014 wurden Sie von der Zeitung China Daily zu einem der chinesischen Top Innovatoren gewählt. Warum?

Wir wurden als eines der Schlüsselunternehmen in Windkraft und beim Thema digitale Lösungen für den Regenerativsektor ausgewählt. Unsere Technologie findet viel Beachtung. Wir sind Technologielieferant Nummer zwei, wenn es um Windkraft in China geht, und sogar das weltgrößte Unternehmen, wenn es um intelligente Anwendungen im Energiesektor geht. Wir haben viele verschiedene Produkte für Wind und Solar im Energiesektor, daher haben wir einen hohen Bekanntheitsgrad in China.

Welche Art digitaler Lösungen bieten Sie an?

Das Schlüsselprodukt, das wir letztes Jahr vorgestellt haben, ist die Software EnOS. Derzeit bieten wir eine offene Schnittstelle mit Basis im Internet der Dinge (IoT) für das weltweite Energiesystem. Bis jetzt hat jeder für sich selbst gearbeitet: Energieproduzenten auf der Erzeugerseite, Speicheranbieter und so weiter. Aber die Erzeugung Erneuerbarer unterscheidet sich von traditionellen Energien. Man muss große Distanzen in Kauf nehmen, Big Data, Nachfrage und Angebotsmanagement, verschiedene analytische Instrumente. Wir kombinieren all diese Möglichkeiten und bieten Sie der Industrie an. Das ist ein bisschen wir das Google-Betriebssystem Andorid für Mobiltelefone. EnOS ist das Adroid für digitale Energie.

Forscht und entwickelt Envision selbst?

Envision ist ein R&D-Design-Unternehmen. Insgesamt haben wir 1.200 Angestellte. Firmen wie Vestas und Siemens haben natürlich viel mehr Personal. Der Grund, warum wir eher klein sind im Vergleich zu unseren Wettbewerbern, liegt darin, dass wir uns auf das Systemdesign konzentrieren. Wir bauen nicht alle Komponenten selbst, wir nutzen Zulieferer für den Maschinenbau-Anteil. Wir lassen zum Beispiel andere das Getriebe unserer Windkraftanlage bauen. Wir helfen mit, wenn es um das Getriebedesign geht, weil dieses speziell auf unsere Turbine zugeschnitten ist. Aber es wird von einem Zulieferer produziert. Unser globales Innovationscenter in Dänemark entwickelt mit rund 40 Design-Experten neue Technologien. Unser dänisches Team setzt sich aus einigen der schlausten Köpfe in dieser Industrie zusammen, unter anderem auch ehemalige Chefentwickler von Gamesa, Vestas, Dong und Vattenfall. Wir haben ein Rotorblatt-Entwicklungszentrum in Boulder, USA, und ein starkes Technologiezentrum in Shanghai, wo 400 Experten arbeiten.

(Interview: Nicole Weinhold)

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