15.06.2017
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Peter Röttgen

Neuer BEE-Geschäftsführer kommt von Eon

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat endlich einen neuen Geschäftsführer gefunden. Die Wahl fiel auf Peter Röttgen, der von Uniper und damit aus dem Eon-Stall kommt. Wer hätte das gedacht?

 - Peter Röttgen übernimmt ab August die Geschäftsführung des Bundesverbands Erneuerbare Energie.
Peter Röttgen übernimmt ab August die Geschäftsführung des Bundesverbands Erneuerbare Energie.
Foto: BEE

Nach dem Ausscheiden von Hermann Falk im vergangenen Herbst musste der Dachverband der Regenerativbranche, der BEE, lange ohne Geschäftsführer auskommen. Zwar hatte Harald Uphoff den Posten kommissarisch übernommen, aber der kleine Mitarbeiterstamm musste in den schwierigen Zeiten des Systemwechsels zu Ausschreibungen mit einer Stelle weniger auskommen. Jetzt ist die Lücke geschlossen. Und dann gleich, wer hätte das gedacht, mit einem ehemaligen Eon-Mann.

Peter Röttgen leitete das Eon-Innovationszentrum für Energiespeicherung bis zur Aufspaltung des Konzerns und war zuletzt bei Uniper. Zuvor war er als stellvertretender Amtsleiter im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover tätig. Was ist so interessant daran, dass ein Eon-Mann zum BEE wechselt? Tatsächlich kennt die Regenerativbranche die Wanderung in die entgegengesetzte Richtung sehr gut. Die großen Energiekonzerne kaufen Know-how aus den Erneuerbaren auf: RWE Innogy nahm Ex-Repower-Chef Fritz Vahrenholt als Geschäftsführer, Ex-BWE-Geschäftsführer Ralf Bischof landete ebenfalls bei Innogy. Und so weiter.

Naheliegend das sich Gehaltsvorstellungen durch einen Wechsel zu den großen Energiekonzernen leicht erfüllen lassen, wenn man aus der Ökobranche kommt. Das ist die eine Seite: Da kommt also jemand zu einem Dachverband von überschaubarer Größe - und offensichtlich stand das Thema Gehalt nicht an vorderster Stelle bei dem Entschluss. Man hat es also vermutlich mit jemandem zu tun, dem an der Sache gelegen ist und der sich gleichzeitig mit professionellem Management und mit der konventionellen Energiewirtschaft auskennen dürfte. Nun ist es also die Regenerativbranche, die sich ein Stückweit fehlendes Know-how eingekauft hat. Das ist auch dringend erforderlich, denn die Konkurrenz durch andere Dachverbände schläft nicht. Und der BEE steht möglicherweise vor erheblichen Veränderungen: Schließlich gibt es den Wunsch einiger Mitgliedsverbände, so auch des zahlungskräftigen BWE, die Regenerativverbände als BEE komplett zusammenzuführen, um sich gegenüber der Politik stärker zu positionieren. Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 49 Verbänden und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen.

Der BEE sieht sich schon mal gut aufgestellt. „Röttgen bringt exzellente und jahrelange Erfahrung aus dem öffentlichen Dienst und der Energiewirtschaft mit, so dass der BEE mit seiner Expertise personell gestärkt in die Herausforderungen der kommenden Energiewende-Jahre gehen kann“, sagt BEE-Präsident Fritz Brickwedde. „Die erneuerbaren Energien sind der Kern der Energieversorgung und wir sind der Verband, der die Transformation des Energiesystems maßgeblich prägt und begleitet. Gemeinsam mit den Fachverbänden der Erneuerbare-Energien-Technologien wird der BEE die Energiewende zum Erfolg führen.“

Spannende wird die Frage, ob Röttgen als ehemaliger Leiter des Eon Innovation Center Energy Storage das Thema Speicherung besonders voranbringen wird. 2013 erklärte er noch in einem Interview, die Industrie werde nur in Speicher investieren, die sich rechnen und die man wirklich braucht. Im Bereich Großspeicher für Regelleistung gibt es inzwischen eine massive Konkurrenz. Ob sich am Ende jedes Projekt rechnet, bleibt abzuwarten. Bei der Vorstellung der neuesten Agora-Studie sagte Patrick Graichen, Chef des Berlinerr Think Tanks, er sehe keinen deutlichen Bedarf an großen Batteriespeichern. Vielmehr werde unter anderem für die Verkehrswende künftig wohl sehr viel Power-to-Liquid gebraucht. Wasserstoff - produziert unter anderem von Offshore-Windpark, die nur zu diesem Zweck gebaut werden. (Nicole Weinhold)

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