22.04.2016
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Gemeinsamer Appell

Politiker aller Parteien fordern: "Ausbremsen Erneuerbarer muss ein Ende haben"

Politiker aus allen Parteien unterzeichnen Appell zur Weiterentwicklung des EEG in einer Form, die die Ausbauziele für Photovoltaik und die preisgünstige Windenergie an Land deutlich anhebt, die dezentrale Energiewende und aktiver Beteiligung der Bürger zur Priorität macht und mit den deutschen Klimaschutzzielen 2020 bis 2050 abgeglichen wird.

Politiker des Bundestags wehren sich gegen die geplante EEG-Novelle.
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Foto: Dt. Bundestag

Sie alle wollen den Referentenentwurf für das EEG 2016 so nicht akzeptieren: Von der CSU/CDU der Bundestagsabgeordnete (MdB) Josef Göppel. Von MdB Marco Bülow, MdB Peter Feldmann, Bürgermeister Frankfurt Jo Leinen, MdEP. Von den Grünen sind es MdB Julia Verlinden, MdB Peter Meiwald, MdB Dieter Janecek und von den Linken MdB Eva Bulling-Schröter und MdB Caren Lay. Die Initiative dieses Appells ging aus von Ulrich Kelber, SPD, beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz und Botschafter der Global 100% RE Kampagne.

Was fordern die Politiker? "Die Kosten erneuerbarer Energien sinken, die Technologien werden immer ausgereifter: Jetzt ist der Zeitpunkt, die Weichen auf eine schnelle Umstellung unserer Energieversorgung auf 100% Erneuerbare Energien zu stellen, gerade auch in Deutschland. Nur so können auch die existenziell wichtigen Klimaschutzziele des Pariser Übereinkommens erreicht werden. Das bewusste Ausbremsen Erneuerbarer Energien muss ein Ende haben", heißt es in dem Appell.

" Während die Bundesregierung international immer noch Lorbeeren als Vorreiter bei Klimaschutz und Energiewende sammelt, führt die nationale Politik aber zuletzt zu besorgniserregenden Investitionseinbrüchen bei den Erneuerbaren Energien. Allein im Jahr 2015 verzeichnet Deutschland einen Rückgang der Ökostrominvestitionen um 42%. In der Photovoltaik liegt der Zubau seit zwei Jahren weit unter dem im EEG angestrebten Ziel und ist sogar rückläufig. Die Forschungsausgaben im Bereich Erneuerbarer Energien unserer deutschen Unternehmen gehen zurück, wir drohen unseren technologischen Vorsprung zu verspielen", prangern die Politiker an.

"Es kommt zu einem eklatanten politischen Widerspruch: Auf dem G7-Gipfel im bayerischen Elmau und bei den Klimaverhandlungen in Paris wurde – auch auf deutsche Initiative – die Dekarbonisierung der Wirtschaft als Ziel aufgenommen. Dies ist dringend erforderlich, um die globale Erderwärmung auf möglichst unter 1,5 Grad zu begrenzen und damit die Negativspirale aus Risiken, Krisen und Konflikten des schon heute spürbar fortschreitenden Klimawandels zu durchbrechen. Die Gesetze der Natur sind nicht verhandelbar und fordern daher eine tiefgreifende Umkehr in der Energiepolitik in jedem Land." Mit der angekündigten EEG-Novelle werde Deutschland seinen Beitrag nicht liefern und seine Verantwortung nicht wahrnehmen können. Darüber hinaus werde dadurch auch der Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb geschwächt. Klimaschutz und der damit verbundene massive Ausbau der Erneuerbaren Energien seiend ein Innovationsmotor und sollten zentraler Bestandteil einer erfolgreichen Industrie- und Wirtschaftspolitik sein. "Schon heute ist der Strom aus Wind und Sonne günstiger als jener aus fossilen und atomaren Brennstoffen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien führt seit Jahren zu sinkenden Preisen an der Strombörse, besonders für die Industrie", heißt es weiter.

"Dass sinkende Einkaufspreise für Stromversorger nicht bei den Verbrauchern ankommen, ist eine Folge falscher Marktvorschriften. Die Vorschläge zur nächsten EEG-Novelle drosseln ausgerechnet günstige Technologien wie Photovoltaik und Onshore-Wind", beklagt der Appell. Ebenso kontraproduktiv sei das Ausbremsen der Bürgerenergiebewegung. "Die Akteurs-Vielfalt war bisher die treibende Kraft der deutschen Energiewende. Die EEG-Novelle 2016 nach jetzigem Stand würde dazu führen, dass der Ausbau des Ökostroms weiter zurückgeht und gleichzeitig die Kosten für den Stromkunden steigen. Andere Nationen drohen uns in der Zwischenzeit technologisch zu überholen." Die Unterzeichner fordern eine Weiterentwicklung des EEG in einer Form, die die Ausbauziele für Photovoltaik und die preisgünstige Windenergie an Land deutlich anhebt, die dezentrale Energiewende und aktiver Beteiligung der Bürger zur Priorität macht und mit den deutschen Klimaschutzzielen 2020 bis 2050 abgeglichen wird.(Nicole Weinhold)

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