24.02.2012
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Netzausbau

RWE verlangsamt Projekte

RWE Innogy will die Arbeiten am 295-Megawatt-Windpark „Nordsee Ost“ nordöstlich von Helgoland in die Länge ziehen. Grund dafür seien die Verzögerungen beim Netzanschluss, erklärte Hans Friedrich Bünting, der im Juli den bisherigen RWE-Innogy-Chef Fritz Vahrenholt ablösen wird.

 - Die neue Arbeitsgruppe der Stiftung Offshore-Windenergie will bis März Lösungen für eine zuverlässigere Anbindung von Meereswindparks erarbeiten.
Die neue Arbeitsgruppe der Stiftung Offshore-Windenergie will bis März Lösungen für eine zuverlässigere Anbindung von Meereswindparks erarbeiten.
Foto: Tennet

Der Netzbetreiber Tennet, der für die Verkabelung der Offshore-Parks zuständig ist, hatte RWE Verzögerungen beim Netzanschluss angekündigt. In Essen rechnet man mit mindestens einem Jahr und prüft derzeit noch Schadensersatzforderungen, berichtete der Bremer Weserkurier. Dennoch sollen im Windpark „Nordsee Ost“ ab diesem Sommer die ersten Fundamente in den Meeresgrund gerammt werden. Auch das „Innogy Nordsee 1“-Projekt werde trotz allem weiterverfolgt. Laut Bünting erhofft sich RWE die erste Genehmigung noch im laufenden Quartal; die spätere Bauentscheidung hänge allerdings von verbindlichen Netzanschlussfristen und mehr Rechtssicherheit ab.

Seit ersten Februar koordiniert die Stiftung Offshore-Windenergie eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums, des Bundesumweltministeriums, des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie der Bundesnetzagentur. Diese soll Wege aus den drohenden Verspätungen der Netzanbindungen aufzeigen. Zudem nehmen Vertreter aus der Offshore-Windenergie, Investoren, Betreiber und andere an der Arbeitsgruppe teil.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Jörg Kuhbier, gibt sich sicher, mit der Arbeitsgruppe neuen Schwung in den Netzausbau bringen zu können. „In diesem Jahr werden in Nord- und Ostsee Windparks mit einer Kapazität von mehr als zwei Gigawatt in Bau gehen – nun muss der Weg frei gemacht werden für den Transport des erzeugten Offshore-Stroms“, so Kuhbier. Das erste Treffen eines vorbereitenden Arbeitsausschusses fand bereits am 1. Februar in Berlin statt, um eine Status- und Schwachstellenanalyse sowie Lösungen zu erarbeiten. Diese sollen in der Arbeitsgruppe diskutiert und weiterentwickelt werden. Ende März sollen die ersten Ergebnisse bereits Wirtschaftsminister Philip Rösler und Umweltminister Norbert Röttgen vorgestellt werden.

Bei RWE hofft man nun auf Regelungen für einen beschleunigten Netzausbau bis August, weil am 1. September 2012 der nächste realisierbare Termin für die Beantragung eines Netzanschlusses für Offshore-Windparks ansteht.

(Regine Krüger)

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