16.03.2017
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Qualität von Speichersystemen

Solarstromspeicher sollen vergleichbarer werden

Der BVES und der BSW Solar haben zusammen mit Herstellern und Prüfinstituten einen Leitfaden erarbeitet und veröffentlicht, in dem konkrete Prüfanforderungen für Speichersystem festgeschrieben sind. Damit werden die Angaben auf den Datenblättern der einzelnen Geräte miteinander vergleichbar. Ein großer Teil der Hersteller will die Vorgaben umsetzen.

 - Mit den im Leitfaden beschriebenen Prüfverfahren sollen die Speichersysteme der verschiedenen Hersteller vergleichbar werden.
Mit den im Leitfaden beschriebenen Prüfverfahren sollen die Speichersysteme der verschiedenen Hersteller vergleichbar werden.
Tesvolt

Die Kunden von Speichersystemen sind immer wieder verunsichert, was die Geräte tatsächlich leisten. Ein Vergleich der technischen Daten und Zahlen bleibt meist unbefriedigend, den Überblick zu behalten, ist schwierig. Bisher gab es noch keine Kriterien, wie die einzelnen Speicher vergleichbar werden könnten.

Prüfverfahren für Regelungsgeschwindigkeit

Dies will der Bundesverband Energiespeicher (BVES) zusammen mit dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) ändern. In Zusammenarbeit mit einigen Herstellern sowie Prüf- und Forschungsinstituten haben die beiden Branchenverbände einen Effizienzleitfaden für Speichersysteme für Photovoltaikanlagen inklusive der Leistungsumwandlungssysteme entwickelt. Er beschreibt konkret die Prüfverfahren zur Charakterisierung der Wirkungsgrade, der Standby-Verbrauchs und der Regelungseffizienz von stationären Batteriespeichern.

Letztere beschreibt unter anderem das Risiko, dass aufgrund einer zu langsamen Regelung der Batterie Strom versehentlich aus dem Netz gezogen wird, wenn eine Lastanforderung aus dem Gebäude kommt und die Batterie Strom ins Netz einspeist, wenn diese Last, die mit dem Strom aus dem Speicher bedient wird, wieder abgeschaltet wird. Für diese dynamische Regelabweichung haben die Autoren des Leitfadens ein konkretes Testverfahren entwickelt. Dazu wird die Batterie halb voll geladen. Danach wird eine Last angelegt, die zehn Prozent der Entladeleistung der Batterie beansprucht. Im Anschluss erhöhen die Prüfer die Last auf 90 Prozent der Entladeleistung der Batterie und messen die Zeit, die das Speichersystem braucht, um sich auf die erhöhte Lastanforderung einzuschwingen. Die gleiche Prozedur wird danach mit unterschiedlichen Lastsprüngen wiederholt und so das sogenannte Sprungantwortverhalten bestimmt, also die Geschwindigkeit, mit der das System auf verschiedene Lastanforderungen reagieren kann.

Wirkungsgrad genau bestimmen

Der Wirkungsgrad einer Batterie wiederum variiert der Wirkungsgrad einer Batterie unter anderem aufgrund verschiedener Lade- und Entladeleistungen. Deshalb werden durch den Leitfaden Tests zur Charakterisierung des leistungsabhängigen Batteriewirkungsgrads festgelegt. Dabei wird eine vollständig geladene Batterie mit einer vorgegebenen, konstanten Last vollständig entladen, wobei zur gleichen Zeit kein Strom in die Batterie fließen darf. Danach wird die Batterie mit einer vorgegebenen Leistung wieder vollständig geladen, wobei keinerlei Last Strom aus der Batterie entnehmen darf. Der Wirkungsgrad wird dann nach diesem Vollzyklus durch das Verhältnis aus gespeicherter und entnommener Energie auf der Gleichstromseite bestimmt. Damit bleibt der Wirkungsgrad unabhängig von der verwendeten Leistungselektronik.

Zusätzlich dazu muss der Hersteller den Standby-Verbrauch der Batterie aufgrund des Energiebedarfs des Batteriemanagementsystems separat messen, wenn dies messtechnisch möglich ist und der Hersteller entsprechende Messstellen eingerichtet hat. Ist das nicht möglihc, muss der Hersteller den Verbrauch durch das Batteriemanagementsystem je nach Betriebszustand detailliert auflisten.

Transparenz erhöhen

Damit soll die Transparenz am Markt erhöht werden. Die Kunden können auf nachvollziehbare Qualitätskriterien bei der Auswahl des Speichersystems zurückgreifen und die Effizienzparameter der einzelnen Geräte verlässlich miteinander vergleichen. Denn die in den Testverfahren gewonnenen Ergebnisse werden in die Datenblätter der Geräte übertragen.

Der Leitfaden ist allerdings keine Verpflichtung für die Hersteller. Diese können freiwillig die in dem Dokument beschriebenen Qualitätskriterien umsetzen und die Angaben auf den Datenblättern ihrer Systeme entsprechend ändern. Dass der Kunde standardisierte Begrifflichkeiten und vergleichbare technische Daten braucht, haben auch die Speicherhersteller verstanden. Viele von ihnen haben schon signalisiert, den Leitfaden als Grundlage für ihre Qualitätsprüfungen zu nehmen, vier Unternehmen haben schon fest zugesagt. „Die Reaktion auf die Veröffentlichung waren sehr positiv“, sagt Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES, bei der Vorstellung des Leitfadens auf der Energy Storage in Düsseldorf. (Sven Ullrich)

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