10.04.2017
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Repowering

Windparkmodernisierung nicht aufzuhalten

In Schleswig-Holstein lassen sich neue Windparks nur noch mit Ausnahmegenehmigungen errichten, seit dort vor zwei Jahren die Regionalpläne außer Kraft sind. Für das Repowering, den Austausch alter gegen neue Windturbinen, gibt es ebenfalls seit 2015 keinen Vergütungsbonus mehr. Und doch lässt das starke Interesse an moderner Windkraft das Repowering in dem Bundesland weiter blühen, wie ein neues Projekt an der Westküste zeigt.

 - Repowering bleibt attraktiv.
Repowering bleibt attraktiv.
Foto: Enova

22 moderne Starkwindturbinen mit 112 Metern Rotordurchmesser werden im Gemeindegebiet der Kommune Norderwöhrden im Landkreis Dithmarschen noch bis im dritten Quartal dieses Jahres errichtet und ans Netz angeschlossen werden, verspricht Turbinenbauer Vestas. Der Deutschlandmarktzweite hat jetzt den Auftrag für das große Repowering-Projekt mit einem Erzeugungsvolumen von 76 Megawatt (MW) durch eine Betreibergemeinschaft aus 13 verschiedenen Windenergieunternehmen erhalten. Die neuen Turbinen sollen einen Wald von kleineren Turbinen und kleinsten Turbinchen ersetzen, dessen Anlagen teils schon mehr als 30 Jahre alt sind. 40 verschiedene Anlagentypen wie 30-Kilowatt-Maschinchen der nicht mehr existierenden Herstellerfirmen Aeroman, Kano-Rotor oder auch Vestas-V27-Turbinen mit 224-Kilowatt (kW) Leistung werden hier demnächst verschwinden oder sind schon abgerissen.

Zum Einsatz kommen Turbinen vom Typ V112 der neuen 3,45-MW-Plattform, innerhalb derer sie als Starkwindturbine dient. Vor der Einführung dieser Plattform war die Turbine mit 112 Meter Rotordurchmesser noch die Anlage für Schwachwindstandorte in Deutschland, die einschließlich noch des vergangenen Jahres den Großteil der Installationen und damit des Vestas-Erfolges in Deutschland ausmachten. In der neuen Plattform hingegen hat die neue Binnenlandturbine einen Rotordurchmesser von 136 Metern. Größere Rotordurchmesser erhöhen die Ertragssicherheit der Anlagen – und auch insgesamt ihre Erträge pro Jahr – sowie die Erzeugungskraft in MW. Ermöglicht werden sie nicht zuletzt auch durch verbesserte Steuerungen, die verhindern, dass die aufgrund der längeren Rotorblätter wachsenden Lasten den Antriebsstrang zu stark belasten.

(Tilman Weber)

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