15.02.2017
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Energiewende

Woher kommen die Rohstoffe?

Seltene Erden statt Erdöl, Indium statt Braunkohle – die Energiewende verlangt andere Rohstoffe als die konventionelle Energiewirtschaft. Deutschland ist abhängig vom Import und muss sich den Zugang auch für die Zukunft sichern. Wie das nachhaltig gelingen kann, dafür hat Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (Esys) konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet.

 - Braunkohle ist noch ein bedeutender Rohstoff der Energwirtschaft. In Zukunft werden andere eine Rolle spielen.
Braunkohle ist noch ein bedeutender Rohstoff der Energwirtschaft. In Zukunft werden andere eine Rolle spielen.
RWE

Die gute Nachricht zuerst: Weltweit gibt es genügend Metalle und Energierohstoffe für die Energiewende, hat Esys ermittelt. In der Initiative der Wissenschaftsakademien Leopoldina, acatech sowie der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften erarbeiten rund 100 Experten Handlungsoptionen für den Weg zu einer umweltverträglichen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung. Sie hänge auch davon ab, wie sich die Preise der benötigten Rohstoffe entwickeln, wie transparent und zugänglich die Märkte sind und ob hohe Umwelt- und Sozialstandards im Bergbau erzielt werden können.

Gefragt für den Ausbau von Windenergie- und Solaranlagen sind vor allem wertvolle Elemente wie Seltene Erden, Platingruppenelemente, Germanium, Indium und Kobalt, von den Energierohstoffen werden besonders Erdgas und Biomasse benötigt, um die Schwankungen der Wind- und Solarenergie auszugleichen, so Esys in seiner Stellungnahme. Zwar gebe es weltweit ausreichend natürliche Rohstoffvorkommen, sie sind jedoch ungleich verteilt. In China beispielsweise werden 86 Prozent der Seltenen Erden abgebaut. Nutzen Staaten diese Marktmacht aus, etwa indem sie den Export erschweren, können Länder wie Deutschland nicht mehr genügend Metalle beziehen.
Esys gibt in seiner Stellungnahme daher unter anderem folgende Empfehlungen:

  1. In Deutschland müssen Rohstoffunternehmen die geologischen Messdaten an die Bergbaubehörden übermitteln. Würden diese Daten nach einer Karenzzeit veröffentlicht, könnten Wissenschaft und Wirtschaft diese für die Erschließung neuer Lagerstätten nutzen.
  2. Mit zwischenstaatlichen Handelsabkommen und -verträgen kann der Staat den privatwirtschaftlichen Rohstoffimport und die Lieferbeziehungen unterstützen. Strategische Rohstoffpartnerschaften können auch dazu beitragen, Umwelt- und Sozialstandards zu etablieren.
  3. Selbst in den Bergbau investieren oder Metalle auf Vorrat einlagern sollte der Staat höchstens dann, wenn zum Beispiel Exportverbote drohen und dadurch die künftige Versorgung mit einem Rohstoff gefährdet ist.
  4. Würde das Metallrecycling verbessert, könnten auch Hightech-Metalle wie Seltene Erden besser wiedergewonnen werden. Dazu beitragen könnten unter anderem Labels für recyclingfähige Produktdesigns, verbraucherfreundlichere Sammelsysteme, optimierte Recyclingverfahren und konsequentere Ausfuhrkontrollen für Elektroschrott.

Weitere Informationen und eine Kurzstudie gibt es hier.

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