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Alpha Ventus

Adwen-Anlage verliert Gondelteile

Im Offshore-Windpark Alpha Ventus hat sich ein spektakulärer Schaden ereignet: Ein großer Teil der Gondelverkleidung einer Adwen M5000 ist Ende letzter Woche ins Meer gestürzt. Über die Ursache ist bislang nichts bekannt. Derzeit laufen die Bergungsarbeiten. Vorsorglich hat der Hersteller nun Safety Stand Down für die gesamte AD 5-116-Flotte bestellt. Reguläre Wartungsarbeiten sind damit ausgesetzt, die 120 Turbinen in den Parks Trianel Borkum und Global Tech 1 sind aber nach wie vor in Betrieb.

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 - Da war noch alles heil: eine M5000 im Windpark Alpha Ventus.
Da war noch alles heil: eine M5000 im Windpark Alpha Ventus.
Foto: alpha ventus

"In diesen Tagen werden Fachleute von Adwen in den beiden Windparks sein, die Stichprobenprüfungen an ausgewählten Anlagen vornehmen, um zu prüfen, ob es Hinweise für derartige Risiken gibt", erklärte Adwen-Sprecherin Lisa-Marie von Raepke. Die Turbinen in den beiden Windparks Global Tech I und Trianel Windpark Borkum seien eine Weiterentwicklung der Anlagen im Testpark Alpha Ventus, Erfahrungen aus Bau- und Inbetriebnahme seien in ihre Serienfertigung eingeflossen.

Eine Gefährdung von Personen oder der Umwelt bestehe nicht, betonte die Betreibergemeinschaft aus EWE, E.ON und Vattenfall am Freitag. Die Betreiber umliegender Windparks seien über die Möglichkeit im Wasser treibender Teile informiert, mehrere Schiffe hätten sich an der Suche und Bergung einzelner Bruchstücke beteiligt. Ebenso wurde das Havariekommando in Cuxhaven sowie die Verkehrszentrale Wilhelmshaven einbezogen, die eine Warnung an die Schifffahrt veröffentlichte.

Adwen hatte bereits am Wochenende ein erfahrenes Team von Technikern entsandt, um den Sachverhalt aus sicherer Entfernung zu beurteilen, sagte von Raepke. Bei der Untersuchung des Vorfalls arbeite man sorgfältig mit dem Kunden und den Behörden zusammen.

Trudelbetrieb im Testfeld

„Die anderen fünf Adwen M5000 in Alpha Ventus laufen jetzt im Trudelbetrieb“, erkärte EWE-Pressesprecher Christian Bartsch. Seinen Angaben zufolge hat sich der rückwärtige Teil der Gondelverkleidung gelöst und ist vermutlich beim Aufprall aufs Wasser zerbrochen. Da die Teile aus glaserfaserverstärktem Kunststoff bestehen, schwimmen sie auf dem Wasser und könnten so ein Hindernis für kleinere Schiffe darstellen. Versunken sind hingegen laut Bartsch einige der Schaltschränke, die mit der Gondelverkleidung in die Tiefe stürzten. „Die werden wir auch noch bergen“, kündigte er an.

Nun beginnt die Ursachenforschung. Es gebe zwar schon erste Ideen von Fachleuten, was passiert sei, so Bartsch, doch noch sei alles Spekulation. Ein Ergebnis sei aber eher eine Sache von Tagen oder Wochen als von Monaten. Bevor aber keine Ursache feststehe, gebe es auch keine offiziellen Fotos. Die Cuxhavener Nachrichten veröffentlichten auf ihrer Homepage Bilder vom Anlanden der Gondelteile im dortigen Hafen.

Alpha Ventus war 2010 der erste deutsche Windpark, der ans Netz ging. Er liegt rund von 60 Kilometer vor der Küste in der deutschen AWZ. Außer den sechs M5000 stehen dort noch sechs Senvion 5M mit je 5 MW Nennleistung. (Katharina Wolf)