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Riesiger Solarpark in Spanien

Baywa baut 170 Megawatt ohne Förderung

Der Projektierer Baywa re realisiert in Spanien einen Solarpark mit einer Leistung von 170 Megawatt – komplett ohne Förderung. Den Strom wird der norwegische Energiekonzern abnehmen und an seine spanischen Kunden direkt vermarkten.

Spanien Baustelle Don Rodrigo
 - Noch sind auf dem Areal südlich von Sevilla keine Module installiert. Aber die Fläche ist schon für den Bau der Anlage vorbereitet und der Stromliefervertrag ist abgeschlossen.
Noch sind auf dem Areal südlich von Sevilla keine Module installiert. Aber die Fläche ist schon für den Bau der Anlage vorbereitet und der Stromliefervertrag ist abgeschlossen.
Baywa re

Der Photovoltaikprojektierer Baywa re baut in Spanien einen riesigen Solarpark mit einer Leistung von 170 Megawatt. Damit realisiert das Unternehmen allein so viel Leistung, wie im vergangenen Jahr insgesamt im ganzen Land installiert wurde. Allerdings erwarten Analysten, dass der Markt auf der Iberischen Halbinsel wieder kräftig anzieht und in diesem Jahr ein Volumen von 1,4 Gigawatt erreicht. Damit wäre der Solarpark immerhin mehr als ein Zehntel des Gesamtzubaus, der für 2018 prognostiziert wird.

Stromliefervertrag abgeschlossen


Als Grund für die guten Aussichten nennen die Marktanalysten vor allem die Projekte, die in der technologieoffenen Ausschreibung erfolgreich waren und in diesem Jahr gebaut werden. Auf ein solches unsicheres Unterfangen hat sich Baywa re aber nicht eingelassen. Denn das Unternehmen baut den Solarpark komplett ohne Förderung. Statt dessen wurde mit dem norwegischen Energieversorger Statkraft ein Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement – PPA) mit einer Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen. Die Norweger werden den Strom in Spanien dann an ihre Kunden vertreiben.

Systemkosten optimiert


Damit steht jetzt der zügigen Realisierung des Solarparks Don Rodrigo nichts mehr im Wege. „Die Realisierung eines der ersten förderunabhängigen Solarprojekte dieser Größenordnung in Europa ist ein wegweisender Meilenstein – sowohl für uns als internationales Unternehmen der erneuerbaren Energien als auch für die Zukunft des europäischen Photovoltaikmarkts“, erklärt Benedikt Ortmann, Geschäftsführer von Baywa re Solar Projects. Dass Baywa ein solches Projekt komplett ohne staatliche Förderung umsetzen kann, führt Ortmann vor allem auf die stetigen Optimierung der Systemkosten zurück. „Wir treten mit diesem Projekt in eine neue Phase der Energieerzeugung ein: Erstmals sind Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Lage, sauberen Strom zu gleichen oder gar niedrigeren Preisen wie konventionelle Kraftwerke zu erzeugen“, ergänzt Matthias Taft, Energievorstand von Baywa. „Unser Projekt zeigt zugleich das große Potenzial von neuen Finanzierungsmodellen in einem sich wandelnden Marktumfeld.

Inbetriebnahme für Ende des Jahres geplant

Die Anlage entsteht nur wenige Kilometer südlich von Sevilla und ist nicht die erste Solaranlage dieser Größe in ganz Europa, die komplett ohne Förderung auskommt. Die Vorarbeiten auf dem 265 Hektar großen Areals, auf dem der Generator gebaut wird, haben schon begonnen. Die Inbetriebnahme ist für Ende dieses Jahres geplant. Dann werden die Module aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung in Südspanien jedes Jahr satte 300 Gigawattstunden sauberen Strom erzeugen.
Für Statkraft ist der Abschluss des Stromliefervertrags mit Baywa re die Möglichkeit, in den spanischen Energiemarkt einzusteigen. Die Norweger sind schon in anderen Ländern vertreten und vertreiben Strom aus Anlagen mit einer Gesamtleistung von 15 Gigawatt in ganz Europa. "Mit den Stromabnahmeverträgen sichern wir – wie bei Don Rodrigo – die langfristige Finanzierung von neuen Anlagen und ermöglichen damit den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien in Europa“, sagt Hallvard Granheim, bei Statkraft als Vorstandsmitglied für den Bereich Market Operations und IT verantwortlich. (Sven Ullrich)