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Saubere Mobilität

Elektro-Lkw für Aldi Süd und neue LNG-Tankstelle

Der Schwerlastverkehr soll sauberer werden. Dafür testet Aldi Süd einen E-Lkw. Ein intelligentes Managementsystem vereinfacht zudem Verwaltung und Instandhaltung von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Und die Inbetriebnahme der ersten stationären LNG-Tankstelle nahe Berlin steht unmittelbar bevor.

 - Aldi Süd hat jetzt einen elektrischen 40-Tonner mit Kälteaggregat im Test. In den nächsten fünf Jahren soll er Lebensmittel zu den 50 Filialen im Ruhrgebiet bringen.
Aldi Süd hat jetzt einen elektrischen 40-Tonner mit Kälteaggregat im Test. In den nächsten fünf Jahren soll er Lebensmittel zu den 50 Filialen im Ruhrgebiet bringen.
Foto: ALDI SÜD

Ab Herbst erhalten die rund 50 Ruhrgebiets-Filialen von Aldi Süd ihre Waren auch von einem Elektro-Lkw. Gerade hat der Discounter an seinem Mülheimer Logistikzentrum den ersten rein elektrisch betriebenen 40-Tonner mit Kühlauflieger präsentiert. Der Elektro-Lkw wird über eine eigens am Mülheimer Logistikzentrum errichtete Schnellladesäule mit einer Leistung von 150 Kilowatt und mit 100 Prozent Grünstrom aus Wasserkraft oder eigenen Photovoltaikanlagen aufgeladen. Aldi Süd produziert mittlerweile auf 1300 seiner 1890 Filialen klimaschonenden Strom mit eigenen Photovoltaikanlagen. Bis Ende 2018 werden 60 weitere Filialen damit ausgestattet.

Auch das Kühlaggregat des Lkw wird elektrisch betrieben. Mit der integrierten Kälteanlage lassen sich im Laderaum mehrere Temperaturzonen erzeugen. Der E-Lkw ist der erste 40-Tonnen-Sattelzug mit Kälteaggregat im deutschen Lebensmittelmittel-einzelhandel. Gemeinsam mit dem Partner Framo hat Aldi Süd einen herkömmlichen Lkw zu einem Elektro-Lkw umgerüstet. Dieser wird zunächst testweise für einen Zeitraum von fünf Jahren in Mülheim an der Ruhr und Umgebung eingesetzt. Bereits seit Sommer 2018 testet Aldi Süd in vier weiteren Regionalgesellschaften jeweils einen Erdgas-Lkw.

LNG-Tankstelle für Berlin

Das Uniper-Tochterunternehmen Liqvis wird in Kürze eine feststehende öffentliche Tankstelle mit flüssigem Erdgas (Liquefied Natural Gas, kurz: LNG) in Freienbrink bei Berlin in Betrieb nehmen. Die Anlage ist eine der ersten stationären LNG-Tankstellen in Deutschland und wurde an einem strategischen Verkehrsknotenpunkt errichtet. Freienbrink weist ein besonders hohes Aufkommen von Lieferverkehr auf, wodurch die optimale Erreichbarkeit für Logistikunternehmen und Schwerlasttransporte gewährleistet wird.

Mit LNG betriebene Lkw stoßen deutlich weniger Kohlendioxid und nahezu keine Stickoxide und Feinstaub aus; darüber hinaus sind sie wesentlich leiser als vergleichbare Fahrzeuge mit Dieselmotor. Die Technologie ist ausgereift und verfügbar. Gerade vor dem Hintergrund der stark zunehmenden Transportfrachten bietet LNG eine schnelle und effiziente Lösung für einen umweltverträglicheren Schwerlastverkehr auf der Straße und ist dabei auch noch preislich günstiger als Diesel.

Auch die Autobauer suchen jetzt nach Lösungen für saubere Mobilität. Daimler setzt auf einen massiven Ausbau seines Angebots an Elektrofahrzeugen und einer weiteren Optimierung im Bereich der Hybridfahrzeuge: „Wir werden bis 2022 zehn batterieelektrische Fahrzeuge eingeführt haben, so dass wir unseren Kunden Modelle vom smart bis zum großen SUV anbieten werden. Wir sind der felsenfesten Überzeugung, die Zukunft ist elektrisch. Daher werden wir auch unsere Plug-in-Hybrid Portfolio mit EQ Power Technologie konsequent weiter ausbauen. Zusammenarbeit, auch international, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Kooperationen und Partnerschaften befördern Innovationen und unterstützen somit den Wandel“, sagte Wilko A. Stark, Vice President Daimler and Mercedes-Benz Cars Strategy amp; Head of Case, Daimler AG, gerade auf einem E-Mobilitätsforum.

Ladesäulen-Management

Fast 12.500 Stromtankstellen stehen in Deutschland zur Verfügung, um die circa 55.000 zugelassenen Elektrofahrzeuge mit Energie zu versorgen. Bis 2020 sollen mithilfe eines Förderprogramms der Bundesregierung mindestens 15.000 weitere Ladestationen hinzukommen, sodass möglichst zeitnah ein flächendeckendes Infrastrukturnetz entstehen wird. Ärgerlich wird es jedoch, wenn die Ladesäule Störungen aufweist und nicht genutzt werden kann – gerade dann, wenn die nächste Ladesäule etliche Kilometer entfernt ist. In den meisten Störfällen müssen erst externe Techniker informiert werden, um Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen, wodurch hohe Kosten entstehen können. Ein Stromtankstellenbetreiber entschloss sich deshalb dazu, zur Verwaltung der Ladestationen und zur Disposition der Störungen ein Management-Informationssystem zu nutzen. Die Lösung dafür lieferte die Firma Sixdata: Das Unternehmen konzipierte bereits eine Software für die Verwaltung von Straßenbeleuchtung und hat diese nun für E-Ladesäulen weiterentwickelt. So lassen sich alle Instandhaltungsaufgaben planen und dokumentieren. Gleichzeitig meldet die Software Störungen an die Einsatzleitstelle, sodass diese zeitnah behoben werden können und Ausfällen vorgebeugt wird. (Nicole Weinhold)

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