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Start-Ups

Mit den richtigen Anreizen Vorreiter bei grünen Technologien

Die neu gegründete Eco Innovation Alliance ist Sprachrohr für bereits 40 Unternehmen. Politik und Öffentlichkeit sollen erkennen, dass Clean-Tech eine Zukunftschance für Deutschland sind, so die Botschaft bei der Gründungspressekonferenz.

 - Vorstellung der Eco Innovation Alliance (v.l.): Philipp Pausder, Thermondo, David Wortmann, DWR Eco, Philipp Schröder, Sonnen, Jochen Wermuth, Wermuth Asset Management.
Vorstellung der Eco Innovation Alliance (v.l.): Philipp Pausder, Thermondo, David Wortmann, DWR Eco, Philipp Schröder, Sonnen, Jochen Wermuth, Wermuth Asset Management.
Foto: Nicole Weinhold

"Wir haben festgestellt, dass es für Clean-Tech und Start-Ups kein Sprachrohr gegenüber der Öffentlichkeit und Politik gibt", sagt David Wortmann, Geschäftsführer DWR Eco GmbH aus Berlin. Diese Aufgabe übernimmt nun die Eco Innovation Alliance, die bereits 40 Mitglieder hinter sich hat. "Das Interesse ist riesig. Die Start-Ups stoßen immer wieder auf regulatorische Hürden." Die neue Allianz soll nun helfen. Man habe bereits mit Simone Peter von den Grünen, mit Martin Schulz von der SPD und Peter Altmaier (CDU) gesprochen und positives Feedback bekommen. "Wir haben Innovatoren mit neuen Technologien und neuen Geschäftsmodellen", betont Wortmann.

Sonnen-Geschäftsführer Philipp Schröder, der die Allianz von Unternehmerseite mit vorangetrieben hat, sagt, man wolle sich als Technologiebranche verstanden wissen. "Die Bundesregierung hat ein Problem. Innovationen werden falsch gefördert. Wir haben verlernt, wie man Innovationen groß macht." Er berichtet, Altmaier erwarte nun einen Vorschlag für den Koalitionsvertrag. Die Kritik der Allianz an der bisherigen Förderung: Zu viel Bürokratie, zu viel Planwirtschaft. Er nennt das Beispiel RWE: sieben Millionen Euro seien in Ladesäulen geflossen. Mit wenig Erfolg. Insgesamt stehe einer Förderung per Giesskanne, die vor allem großen Konzernen zugute komme, wenig Erfolg gegenüber.

Vorschlag der Allianz: Refinanzierung von Sonderabschreibungen. "Gebt dem Steuerzahler durch Sonderabschreibungen die Möglichkeit in erneuerbare Energien zu investieren." Ziel sei es, wettbewerbsfähig mit dem Silicon Valley zu werden. Philipp Pausder, Gründer und Geschäftsführer der Thermondo GmbH, verweist darauf, dass Frankreich bereits eine ähnliche Innovationsförderung mit guten Resultaten angestoßen habe. Er fragt: "Wie viel Risikokapital wird investiert?" Das digitale Ökosystem bekomme bereits Aufmerksamkeit, Clean-Tech aber nicht. Deutschland habe international Chancen bei erneuerbaren Energien und Mobilität, wenn nun schnell die richtigen Weichen gestellt werden.

Als Investor sehen wir viele Chancen in der Exportnation Deutschlands“, sagt auch Jochen Wermuth, CIO, Wermuth Asset Mangement GmbH und Founding Partner Green Gateway Funds. „Erneuerbare Energien, Elektromobilität und Ressourceneffizienz würden sich heute schon im freien Wettbewerb rechnen, wenn nicht Subventionen und regulatorische Barrieren alte Industrien weiterhin schützen würden.“ Er fordert zudem eine CO2-Besteuerung, in Schwede gebe es sie schon: "Wir subventionieren, dass wir uns vergiften." (Nicole Weinhold)