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Hamburger Hafen

Neues Wahrzeichen am Elbtunnel

Hamburg-Anreisenden bietet die Autoanfahrt von Süden kurz vor dem Elbtunnel eine neue Attraktion. Seit 14 August speist hier die nun dritte Nordex-Windturbine am Südrand der Elbe ein. Der Binnenland-Windrotor N117 reckt sich mit rund 145 Meter Nabenhöhe in die Luft. Bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 7,1 Meter pro Sekunde in dieser Höhe erntet sie achteinhalb Gigawattstunden pro Jahr. Sie soll bis zur Hälfte des Strombedarfs des Container-Terminals Eurogate decken.

Eurogate Nordex N117
 - August 2013: neue Windenergieanlage im Hamburger Hafen - ein weiteres Wahrzeichen der Energiewende in der Hansestadt.
August 2013: neue Windenergieanlage im Hamburger Hafen - ein weiteres Wahrzeichen der Energiewende in der Hansestadt.
Nordex

Die Anlage mit 2,4 Megawatt (MW) Leistung steht in einer von der Autobahn Richtung Westen zeigenden Reihe mit den beiden früher hier errichteten Nordexturbinen. Im Rahmen des vom Hamburger Senat verabschiedeten Energieprojektes Smart Port Energy sollen im Hafengebiet noch sieben weitere Windenergieanlagen entstehen – eine davon ist eine vierte Nordex-Anlage, die in derselben Reihe noch östlich der Autobahn installiert werden soll. Es handelt sich laut Nordex-Ankündigung dann um die neue Starkwindanlage N117-3,0 MW. Mit der neuen Windturbine will die Eurogate GmbH mindestens ein Viertel und bis zur Hälfte des Strombedarfs ihres Containerterminals decken.

Eurogate wolle mit der Windenergieanlage mittel- bis langfristig die Energiekosten des Containerbetriebs senken, teilte das Unternehmen mit Sitz in Bremen mit. Ziel ist es demnach auch, sich von den Preisentwicklungen am Strom- und Energiemarkt "so weit wie möglich unabhängig" zu machen. Seite 2008 reduzierte die Eurogate GmbH den durch ihren Energieverbrauch entstehenden Kohlendioxid-Ausstoß pro geliefertem Container um zwölf Prozent. Ziel des Unternehmens ist es, die Emissionen des klimaschädlichen Gases um insgesamt 20 Prozent bis 2020 zurückzufahren. Bereits jetzt erzeugt Eurogate auch Energie durch Photovoltaikanlagen, Blockheiz- sowie Holzhackschnitzelkraftwerke.

Laut Nordex-Pressesprecher Felix Losada sind die Arbeiten zur Turbinenerrichtung planmäßig binnen drei bis vier Wochen abgeschlossen worden. Rund zwei Wochen dauert gewöhnlich der Bau des Betonunterteils des Hybridturms durch den Zulieferer Max Bögl. Eine besonders schnelle Errichtung sei hier nicht notwendig gewesen, der Hafenbetrieb hätte die Errichtung mit den aus Zylinderhalbschalen bestehenden Beton-Fertigbauteilen „nach dem Muster von anderen Baustellen“ zugelassen.

Erfahrung aus anderen Industrieprojekten

Nordex hat indes Erfahrung mit der Errichtung von Windenergieanlagen für Industriedirektkunden. So errichteten die Hamburger Turbinenbauer im vergangenen Jahr für das BMW-Werk Leipzig eine ins dortige Firmennetz einspeisende Anlage. Und manchmal kann eine solche Errichtung wesentlich größere Herausforderungen mit sich bringen. Auf dem Gelände einer Ölraffinerie in Rotterdam mussten Nordex-Windenergieanlagen binnen zwei Wochen Gesamtbauzeit schleunigst errichtet werden, damit der Raffineriebetrieb nicht gestört wurde. Zudem, so berichtet Losada, hätte dort der Kran nach jeder Errichtung wieder abgebaut werden müssen, um nicht gegen die strengen Sicherheitsbedingungen der Industrieanlage zu verstoßen. Freilich handelte es sich um eine noch ganz andere Größenordnung: Damals, 2002, waren neun Turbinen auf gerade einmal 80 Meter hohen Türmen errichtet worden.

(Tilman Weber)