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Jack-up in Sassnitz

Offshore-Hafen: Bewährungsprobe bestanden

Der östlichste Tiefwasserhafen Deutschlands Sassnitz-Mukran hat seine Offshore-Tauglichkeit erwiesen: Nachdem im Bereich der Anlegestelle im Hafenbecken Maßnahmen zur Befestigung des Seegrunds getroffen worden waren, konnte das 132 Meter lange Jack-up-Installationsschiff Brave Tern Großkomponenten für den Offshore-Windpark Wikinger verladen.

 - Die Brave Tern verlädt im Mukran Port Offshore-Komponenten für den Windpark Wikinger.
Die Brave Tern verlädt im Mukran Port Offshore-Komponenten für den Windpark Wikinger.
Foto: Mukran Port

Erstmals hat im Januar das Errichterschiff Brave Tern der Reederei Fred Olsen im Mukran Port in Sassnitz aufgejackt. Damit hat der Hafen seine Tauglichkeit für große Jack-ups für die Offshore-Windkraft bewiesen. Das Schiff sammelte Komponenten für den Bau des Offshore-Windparks Wikinger ein. Das war möglich, weil dafür ein Liegeplatz am Offshore-Terminal des Hafens für Errichterschiffe dieser Größe entsprechend ertüchtigt worden war. Die Baumaßnahmen wurden vorwiegend von Unternehmen aus Vorpommern durchgeführt. Der Mukran Port erweitert damit sein Portfolio im Bereich der Offshore-Wind-Aktivitäten.

Laut Pressemitteilung hatte das Schiff bereits Anfang Januar am Liegeplatz des Offshore-Terminals festgemacht. Das Jack-up-Installationsschiff kann den Schiffskörper mit seinen vier Hubbeinen über die Wasseroberfläche heben, um ein vom Seegang unabhängiges Arbeiten zu ermöglichen. 132 Meter lange und 39 Meter breite ist Brave Tern: Mit einem maximalen Lasteneintrag von 7.000 Tonnen pro Hubbein hat das Schiff beim Anheben aus dem Wasser, dem Jack-up-Vorgang, eine maximale Bodenpressung von 65 Tonnen pro Quadratmeter im Hafenbecken des Mukran Port erreicht. Dafür musste im Anleger-Bereich der Seegrund befestigt werden. Denn in der Vergangenheit sind genau an diesem Punkt bereits Offshore-Schiffe gescheitet. So soll das selbst entwickelte Errichterschiff Wind Lift 1 des im November 2013 insolvent gegangenen Vorreiter-Offshore-Herstellers Bard beim Aufjacken im Hafenbecken verrutscht und teilweise mit den Jack-up-Beinen eingesunken sein im Anlegerbereich.

„Mit der stetigen Erweiterung unserer Hafeninfrastruktur, sowohl für On- als auch für Offshore-Aktivitäten, festigen wir unsere Rolle als wichtige Logistikdrehscheibe in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Harm Sievers, Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH.

 - Die Brave Tern hat am Liegeplatz 3a des Offshore-Terminals im Mukran Port aufgejackt.
Die Brave Tern hat am Liegeplatz 3a des Offshore-Terminals im Mukran Port aufgejackt.
Foto: Mukran Port

Planung und Durchführung der Ertüchtigung des Seebodens im Anlegerbereich nahmen rund ein Jahr in Anspruch, wurden aber pünktlich vor dem Einlaufen der Brave Tern abgeschlossen. Seit 2010 hatte es im Mukran Port immer wieder Anläufe von kleineren Jack-up-Schiffen gegeben, die erfolgreich verlaufen waren. Mit der Brave Tern hat nun das erste große Errichterschiff im Mukran Port aufgejackt.

Der Hafen Sassnitz-Mukran verfügt mit 170 Hektar noch über ein großzügiges Flächenangebot. Der östlichste Tiefwasserhafen Deutschlands ist für alle im Ostseeraum operierenden Schiffsklassen zugänglich. Im Hafen- und Bahnhofsbereich stehen insgesamt rund 90 Kilometer Gleisanlagen zur Verfügung.

Baubeginn für den Offshore-Park Wikinger war März 2016. Im August 2016 hatte ein Spezialschiff die 100 Millionen Euro teure Umspannplattform für den Windpark im Adlergrund nordöstlich von Rügen in der Ostsee montiert. Der Iberdrola-Windpark mit 70 Adwen-Turbinen und einer Leistung von 350 Megawatt soll Ende 2017 ans Netz gehen. (Nicole Weinhold)