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Neu auf der Wiesn

Speicher kappt Spitzenlast auf dem Oktoberfest

In einem der Festzelte auf dem diesjährigen Oktoberfest ist ein Speicher installiert. Er soll vor allem die Spitzenlast senken, die in den Stoßzeiten von der Gastwirtschaft abgefordert wird. Das spart dem Wirt viel Geld für die Anschlussleistung durch den Stromversorger.

Festzelt Tradition Oktoberfest 2018
 - Ausgerechnet Tradition heißt das Festzelt, das die Stromversorgung auf der Wiesn auf neue Beine stellt.
Ausgerechnet Tradition heißt das Festzelt, das die Stromversorgung auf der Wiesn auf neue Beine stellt.
Tesvolt

Ausgerechnet das Festzelt mit dem Namen „Tradition“ sorgt für eine Neuerung auf dem diesjährigen Oktoberfest in München. Denn um Stromkosten zu sparen, hat der Festzeltwirt einen Hochvoltspeicher von Tesvolt mit einer Kapazität von 67 Kilowattstunden installiert. Damit kann er die Verbrauchsspitzen kappen, die er bisher über einen Stromanschluss mit hoher Leistung teuer bezahlen musste.

Die Lastspitzen in einem solchen Festzelt sind nicht zu unterschätzen. „Hier haben 5.000 Menschen Platz und im Biergarten noch einmal 2.700. Unsere Großküche versorgt zu Spitzenzeiten also knapp 8.000 Gäste”, rechnet Toni Winklhofer, einer der beiden Wirte des Festzelts „Tradition”, vor. „Der Strombedarf ist da natürlich hoch. Im Vorjahr lag er bei insgesamt rund 200.000 Kilowattstunden.” Dabei braucht allein die riesige Küche 70 Prozent der elektrischen Energie.

Lastspitzen treiben den Gewerbestrompreis

Wenn das Zelt voll besetzt ist und die Küche auf Hochtouren arbeitet, springt der Speicher ein und liefert einen Teil des Stroms, so dass dieser hohe Verbrauch gar nicht erst am Stromzähler ankommt. Die restlichen 30 Prozent des Stromverbrauchs gehen zu Lasten der Beleuchtung und vor allem der Heizung. „Hier werden die Gästen immer anspruchsvoller, so dass Heizpilze inzwischen ein Muss sind”, weiß Winklhofer. „Die verbrauchen viel Strom und diese Lastspitzen treiben den Gewerbestrompreis in die Höhe.”

Die Spitzenlast im vergangenen Jahr betrug immerhin satte 300 Kilowatt. „Der Speicher soll hier Abhilfe schaffen”, betont der Wirt. „Die Strommenge, die der Energieversorger für Verbrauchsspitzen vorhält, kostet Gewerbetreibende viel Geld. Da können Leistungspreise schon mal über 160 Euro pro Kilowatt kosten. Die Festwirte werden mit dem Speicher einige Tausend Euro sparen“, ergänzt Matthias Poeting von MP Elektrotechnik München. Das Unternehmen hat den Speicher installiert. Der senkt die Spitzenlast um immerhin 60 Kilowatt. Entscheidend für die Kappung der Spitzenlast ist dabei nicht nur die Lade- und Entladegeschwindigkeit, sondern auch eine möglichst kurze Zeit, in der der Speicher in der Lage ist, auf die Lastanforderungen zu reagieren. (Sven Ullrich)

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