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Ende des Antidumping in Europa

Weggefallene Mindestpreise sorgen für billigere Module

Die Mindestpreise für chinesische Modulimporte sind Geschichte. Die Kommission hat bekannt gegeben, dass die Handelsbarrieren ausgelaufen sind. Das wird zu einem weiteren Preisrutsch bei den Solarmodulen führen.

EU Kommission Flagge Modul
 - Brüssel hat die Handelsschranken gegen chinesische Modulimporte abgebaut.
Brüssel hat die Handelsschranken gegen chinesische Modulimporte abgebaut.
Alain Schröder

Nun ist es offiziell. Chinesische Solarpaneele sind nicht länger Gegenstand der Handelskontrollen wie Mindestimportpreise in der Europäischen Union, wie die Europäische Kommission im Amtsblatt der EU verkündet. Damit fallen sämtliche Einfuhrbeschränkungen fünf Jahre nach ihrer Einführung weg. Das Nachrichtenmagazin Reuters berichtet, dass vor allem die schnellere Entwicklung der erneuerbaren Energien in Europa den Ausschlag gegeben haben, dass Brüssel sich endlich von den Handelsschranken trennt.

Monokristalline Module für 30 Cent pro Watt zu haben

Während die Modulhersteller sich um die Zukunft sorgen, können die Projektierer erleichtert aufatmen. Denn jetzt wird eine neue Preisrunde erwartet. So geht das taiwanische Marktforschungsinstitut Energy Trend davon aus, dass die Kosten für Solarmodule weiter drastisch sinken. Schon jetzt haben die Modulpreise leicht nachgegeben. Die Preise für polykristalline Standardmodule haben die Analysten in Taipeh in der vergangenen Woche mit durchschnittlich 26,5 Dollarcent angegeben. In dieser Woche ist dieser auf 22,8 Dollarcent pro Watt gefallen. Die Preise für die einfachen monokristallinen Module sind von 29,5 auf 27,9 Dollarcent pro Watt gesunken. Die hocheffizienten Monomodule mit einer Leistung jenseits der 300 Watt kosten in dieser Woche durchschnittlich 30 Dollarcent pro Watt. Für diesen Preis haben die Projektierer nur ein monokristallines Modul mit einer Leistung von maximal 300 Watt bekommen.

Preisverfall hat mehrere Gründe

Als Grund für die niedrigere Preise nennen die Analysten in Taipeh unter anderem die weggefallenen Mindestpreise für den Verkauf der Module auf dem europäischen Markt. Dazukommen aber noch weitere Effekte. So will Indien ebenfalls Schutzmaßnahmen gegen chinesische Modulimporte einführen. Allerdings wurde jüngst eine Anhörung im indischen Parlament verschoben. Auch die Einbeziehung von Solarprodukten in die Antidumpingmaßnahmen der amerikanischen Handelskommission sorgen für niedrigere Modulpreise. Dazu kommt noch die Entwicklung in China. Denn das Parlament in Peking diskutiert gerade die Möglichkeit des Baus von ungeförderten Solarkraftwerken. Gleichzeitig ist die Produktion in China gut ausgelastet. Die Module finden aber bisher noch zu wenige Abnehmer. „Das Problem ist nur, dass weder die Lieferanten noch die Kunden können mit diesen Preisen leben“, betonen die Analysten von Energy Trend.

Denn für die Hersteller sind die Preise zu niedrig. Das liegt vor allem daran, dass die chinesischen Anbieter erst einmal ihre Lagerware auf den Merkt werfen. Das ist nicht nur für die europäischen Hersteller eine Herausforderung. Aber vor allem die Produzenten in Taiwan werden darunter leiden. (Sven Ullrich)