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5,2 Millionen Euro-Investition

Wemag nimmt zweiten Batteriespeicher in Betrieb

Der Ökoenergieversorger Wemag hat sein zweites Batteriespeicherkraftwerk, Schwerin 2, in Betrieb genommen. Beide Speichersysteme bieten zusammen eine präqualifizierte Leistung von 10 MW und eine nutzbare Speicherkapazität von 15 Megawattstunden. Fast zeitgleich stellte das Unternehmen seine Geschäftszahlen für 2016 vor.

Wemag Batt-Speicher_Schwerin 2
 - Der Ökoenergieversorger Wemag aus Schwerin hat seinen zweiten Batteriespeicher in Betrieb genommen.
Der Ökoenergieversorger Wemag aus Schwerin hat seinen zweiten Batteriespeicher in Betrieb genommen.
Wemag

„Mit der Inbetriebnahme von Schwerin 2 hat sich die nutzbare Speicherkapazität des Batteriespeicherkraftwerks verdreifacht“, erklärte Tobias Struck, Geschäftsführer der Batteriespeicher Schwerin GmbH amp; Co. KG, der bei der Wemag auch den Bereich Speicher und Projekte verantwortet. Die präqualifizierte Leistung von insgesamt 10 MW wird über einen technischen Verbund aus 53.444 Lithium-Ionen-Akkus in 215 Batterieschränken, 18 Wechselrichtern, neun Transformatoren und einer Mittelspannungsanlage bereitgestellt.

Präqualifiziert bedeutet, dass diese Leistung von den Übertragungsnetzbetreibern für die Erbringung von Primärregelenergie zugelassen ist. Über deren Vermarktung will die Wemag ihre Investition von 5,2 Millionen Euro für Schwerin 2 refinanzieren. Schwerin 1, das im Juni 2014 ans Netz ging, nimmt laut Wemag bereits am Primärregelenergiemarkt teil, konnte 127 Mal vermarktet werden und hat davon 123 Zuschläge erhalten.

Schwarzstartkonzept in der Entwicklung

Wemag-Vorstand Caspar Baumgart bezeichnete die Erweiterung des Batteriespeichers als „Gesellenstück“: „Wir wollen damit unsere Innovationskraft auf dem Gebiet des Speicherbaus unterstreichen und anderen Marktteilnehmern dieses Know-how anbieten. So sollen den Kunden künftig komplette Speichersysteme schlüsselfertig angeboten werden.

Der Batteriespeicher, laut Wemag der größte hybride Lithium-Batterien-Verbund in Europa, hat in erster Linie die Aufgabe, bei schwankender Einspeisung des Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen das Stromnetz zu stabilisieren. Darüber hinaus soll der stationäre Großspeicher für den Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen im elektrischen Versorgungsnetz sorgen. Dazu will die Wemag ein neues Schwarzstartkonzept unter dem Titel „Kickstarter“ zur Marktreife bringen.

Nahezu zeitgleich veröffentlichte das Unternehmen seine Zahlen für das Jahr 2016, in dem ein Jahresüberschuss von rund 21 Mio. Euro und damit etwa fünf Prozent mehr als im Vorjahr erzielt werden konnte. Dazu beigetragen hätten vor allem positive Ergebnisse im Vertrieb und im Netzgeschäft, hieß es. (Katharina Wolf)