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Offshore

Wohnraum für Service-Mitarbeiter

Ein neues Wohnkonzept wird derzeit von der Borkum Hafen Immobilien GmbH entwickelt: attraktives und energetisch verantwortliches Wohnen und kurze Wege zur Arbeit - auf hoher See.

Borkum
 - Wohnkonzept für Service-Mitarbeiter auf Borkum
Wohnkonzept für Service-Mitarbeiter auf Borkum
Delugan Meissl Associated Architects

Die Insel Borkum wird künftig Heimat für zahlreiche Fachkräfte aus der Windbranche sein. Das will geplant sein. Im Rahmen des Leitbildes Borkum 2030 und des damit verbundenen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts entstehen im Ortsteil Reede Wohnungen, die explizit auf die Bedürfnisse der Service-Arbeiter der Offshore-Windparks ausgerichtet sind. Die Borkum Hafen Immobilien GmbH arbeitet gemeinsam mit dem Wiener Architektenbüro Delugan Meissl Associated Architects und der Nordseeheilbad Borkum GmbH an dem Konzept zur Entwicklung des Offshore-Service-Quartiers am Nord- und Ostufer des ehemaligen Marinehafens der Insel.

In der Nordsee vor Borkum befinden sich mittlerweile zehn Offshore-Windparks mit 551 Windenergieanlagen, die regelmäßig gewartet werden müssen – weitere Parks sind im Bau. Bisher mussten die Ingenieure, Mechaniker und Techniker täglich von ihrem Wohnort pendeln oder in nahegelegenen Hotels übernachten. „Für die Kollegen, die offshore tätig sind, ist es ein immenser Aufwand, täglich den Weg zu ihrem anspruchsvollen Arbeitsplatz anzutreten", sagt Kai-Uwe Thase, Prokurist der Borkum Hafen Immobilien GmbH. "Es ist eine große Erleichterung, wenn sie für die Zeit ihrer Arbeiten so nah wie möglich und komfortabel wohnen können.“ Und für die Unternehmen, die Offshore-Mitarbeiter beschäftigen, seien die Wohnungen eine enorme Kostenersparnis.

„Wir wollen ein Quartier gestalten, das nach harten Arbeitstagen aber auch während Schlechtwetterperioden mit einem Kiosk, Grillmöglichkeiten, Gemeinschaftsküchen und -räumen, Fitnessraum, Wäscheräumen und Lagerungsmöglichkeiten dem Leben neben dem Job optimale Möglichkeiten bietet. Dazu kommt natürlich, dass der Ort direkt am Hafen liegt und damit der denkbar kürzeste Weg zum Schiff besteht“, erläutert Thase.

Neben den vielen gestalterischen Optimierungen ist ein CO2-freies Quartier angestrebt. Ziel ist es, mit Strom aus Windenergieanlagen zu heizen und zu fahren. Ein entsprechendes an der diskontinuierlichen Windeinspeisung orientiertes Wärmepumpen- und E-Car-Sharing-Konzept findet sich in Ausarbeitung. Der geschäftsführende Gesellschafter Klaus Meier, der zugleich in der WPD Windmanager GmbH amp; Co. KG, WPD AG und Deutsche Windtechnik AG Geschäftsführer beziehungsweise Aufsichtsratsvorsitzender ist, sagt dazu: „Wir versuchen eine Zusammenarbeit der drei Energiemärkte Strom, Wärme und Verkehr aufzuzeigen, die praktikabel, von den Kosten machbar und ökologisch repräsentativ ist. Dafür könnten wir uns keinen besseren Ort vorstellen als Borkum – gelegen im Weltkulturerbe Wattenmeer, an dem die Auswirkungen des Klimawandels sehr direkt spürbar sind.“ 

Das Projekt im Einzelnen: Die Quartiersentwicklung soll in zwei Abschnitten erfolgen. Der erste Bauabschnitt besteht aus rund 100 Wohneinheiten für Offshore-Service-Mitarbeiter und entsteht bis Frühjahr 2020. Die einzelnen Wohnungen sind als kleinräumige Appartements (etwa 30 bis 50 Quadratmeter) für das periodische Wohnen der Offshore-Mitarbeiter geplant. Vor allem die direkte Wasserlage am ehemaligen Marinehafen als auch die Ausstattung der Wohnungen machen komfortables und modernes Wohnen möglich. Es wird großzügige Balkone und Terrassen geben sowie zahlreiche Räume, die für die Gemeinschaft vorgesehen sind. Die Borkum Hafen Immobilien GmbH schafft über das Wohnangebot hinaus auch die nötige Infrastruktur, wie verschiedene Einkaufsmöglichkeiten und attraktive Freizeitangebote. Bereits fertiggestellt ist eine neue Tankstelle für Serviceschiffe.

Für die nächsten Schritte laufen die Planungen auf Hochtouren: Derzeit stehen die Auswahl der Architekten-Entwürfe an und Überlegungen zur Gestaltung der Freiflächen, Restaurants und Bars sowie einem Kino für alle Inselbewohner. In einem zweiten Bauabschnitt sollen rund 140 Wohneinheiten entstehen. Die Realisierung des zweiten Bauabschnittes hängt davon ab, ob die erwartete Nachfrage für die ersten 100 Wohnungen tatsächlich besteht. (Nicole Weinhold)