04.02.2016
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Neuer Markt in Südamerika

Argentinien steht in den Startlöchern

Die Rahmenbedingungen für Investitionen in Argentinien verändern sich gerade zugunsten der ausländischen Geldgeber. Das wird zur Eintrittskarte für die Solarbranche. Der BSW Solar hat die Geschäftsmodelle zusammengetragen.

 - Der Projektierer Ingeteam hat diesen Solarpark in der Provinz San Luis bereits im Oktober 2014 realisiert. Eine von den wenigen bisher installierten Anlagen.
Der Projektierer Ingeteam hat diesen Solarpark in der Provinz San Luis bereits im Oktober 2014 realisiert. Eine von den wenigen bisher installierten Anlagen.
Ingeteam

Jordanien, Tunesien, Iran und zuletzt noch Brasilien – der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) blickt nicht nur auf den heimischen Solarmarkt, sondern auch über den Tellerrand hinaus. Jetzt haben die Branchenvertreter die jüngste Studie über neue Solarmärkte veröffentlicht. Zusammen mit den Analysten vom Beratungsinstitut Eclareon hat der BSW Solar die Studie über die Potenziale der Photovoltaik in Argentinien veröffentlicht. „Vieles spricht dafür, dass mit Argentinien ein neuer zahlungskräftiger und energiehungriger Absatzmarkt auf der südamerikanischen Solarkarte erscheint“, fassen die Branchenvertreter vom BSW Solar ihre Ergebnisse zusammen.

Rahmenbedingungen werden besser

Nach dem Führungswechsel in dem südamerikanischen Land beginnt sich auch der Wind für die erneuerbaren Energien zu drehen. Das liegt unter anderem daran, dass die neue Regierung die Rahmenbedingungen für die ausländischen Investoren zusehends verbessern will. Bisher war dies immer ein Problem für die Photovoltaikbranche gewesen, Projekte in Argentinien auf den Weg zu bringen. Der erste Schritt für die Anbieter von Solaranlagen ist die Aufhebung des künstlichen Wechselkurses. Bisher hat der viel zu hoch bewertete argentinische Peso ausländische Investitionen in Argentinien schon lange weitgehend blockierte. Davon war auch die Photovoltiakbranche stark betroffen.

Energiesubventionen werden abgeschafft

Eine Auswirkung der Finanzpolitik der vergangenen Jahre waren zudem zu hohe Zinskosten. Dazu kamen die Subventionen, die Buenos Aires auf den Energieverbrauch zahlt. Doch diese Subventionen sind bei dem stark ansteigenden Energiebedarf nicht mehr lange haltbar, urteilen die Autoren der aktuellen Studie. Sie werden in absehbarer Zeit abgeschafft, prognostizieren sie. Das ist dann zusammen mit dem sinkenden Zinsniveau, das sich dem der Nachbarländern annähern wird, die beiden zentralen Eintrittskarten für die Photovoltaik.

Nachfrage ist schon da

Bisher steckt der Markt noch in den Kinderschuhen. „Doch Argentinien hat mit der neuen Regierung beste Chancen, sich aus seiner Wirtschaftskrise zu befreien und als Investitionsstandort wieder attraktiv zu werden“, beschreibt Jörg Mayer, Geschäftsführer des BSW Solar die Aufbruchstimmung. „Alles spricht dafür, dass vor allem die Solarbranche davon profitieren wird.“ Dann wird auch mehr Schwung in den Zubau von Solaranlagen kommen. Denn die Geschäftsmodelle, mit denen die Anbieter von Solaranlagen punkten können, werden langsam möglich. Zwar ist es jetzt schon eine große Nachfrage nach Solarstrom aus Anlagen in der Nachbarschaft groß. Große industrielle Abnehmer, die den Strom auch über eine Laufzeit von 15 Jahren in US-Dollar bezahlen wollen, gibt es bereits. Doch bisher scheitert dies an den hohen Kapitalkosten für den Bau der Anlagen und den Energiesubventionen aus Buenos Aires.

Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung

Die Autoren der neuen Studie haben die verschiedensten Geschäftsmodelle zusammengetragen. Sie geben Informationen über die Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung. Sie zeigen aber auch die Barrierenfür Photovoltaikprojekte auf. „Auch wenn das Geschäft mit Photovoltaik noch nicht einfach ist, stehen die Zeichen in Argentinien auf Wachstum“, fassen die Autoren die Ergebnisse ihrer Studie zusammen. „Investoren, Komponentenhersteller und Projektentwickler sollten Argentinien auf jeden Fall im Blick haben, wenn sie neue Märkte suchen“, betonen sie. (Sven Ullrich)

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