13.09.2017
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Umfrage veröffentlicht

Betriebsräte befürchten Jobverluste

Es waren keine guten Neuigkeiten, die Meinhard Geiken, Bezirksleiter IG Metall Küste, mit nach Husum gebracht hat. Laut der neuesten Umfrage der Gewerkschaft gehen mehr als 41 Prozent der Betriebsräte von einer negativen Marktentwicklung in der Windbranche aus. Ein Viertel erwartet Beschäftigungsabbau. Insgesamt hatte die IG Metall Betriebsräte in 38 Betrieben befragt, die mehr als 24.000 Menschen beschäftigen.

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Besonders groß sind die Befürchtungen der Onshore-Branche: Hier rechnen 43 Prozent, also fast die Hälfte mit einer schlechten Entwicklung in den kommenden Jahren. Als Grund gaben die Betriebsräte die jüngste EEG-Reform mit Ausschreibungen und niedrigen Ausbauvolumen an. Besonders deutlich werden ihre Folgen im Vergleich zu 2016: Bei der letztjährigen Befragung fürchtete noch kein einziger Betriebsrat, dass Personal abgebaut werden muss.

„Die Situation in der Windenergie spitzt sich zu – schneller und deutlicher als wir es befürchtet hat“, sagte Geiken. Er kritisierte vor allem Hersteller wie Senvion, die allein mit Blick auf die Kosten Produktionsstandort schlössen ohne Alternativen wie Kurzarbeit oder Arbeitsmodelle mit den Gewerkschaften zu besprechen.

Die Situation am Arbeitsmarkt werde sich nur verbessern, wenn sich die Rahmenbedingungen der Ausschreibungen änderten, betonte Geiken. Dafür bräuchte es eine gemeinsame Ansprache an die Politik und Betriebe, nicht nur Beschäftigung abbauen, sondern andere Wege gehen. „Da erwarten wir mehr!“ Allerdings seien neben Unternehmen und Verbänden auch die verschiedenen Gewerkschaften gefordert, eine gemeinsame positive Einstellung zur Energiewende zu finden.

Von einer neuen Bundesregierung „egal in welcher Farbzusammenstellung“ forderte Geiken, die Probleme dringend anzugehen. Er wolle die Hoffnung auf ein Gelingen der Energiewende nicht aufgeben, betonte er. So sei es gelungen, parteiübergreifend mit allen Wirtschaftsministern der norddeutschen Länder eine gemeinsame Position im „Cuxhavener Appell 2.0“ zu finden, der sich für ein Anheben des Offshore-Deckels auf 25 GW bis 2030 einsetzt. Auch die jüngsten Dieselskandal spielten Themen wie Sektorkopplung und E-Mobilität in die Hände. „Noch sind die deutschen Turbinenhersteller in der Entwicklung vorn. Ich glaube, dass man hier gemeinsam Druck erzeugen kann“, so Geiken. (Katharina Wolf)

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