05.06.2018
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Jinko verliert 30 Prozent

China kürzt Einspeisetarif - Solarfirmen stürzen ab

Die Aktie des größten chinesischen Solarherstellers Jinko Solar hat 30 Prozent an Wert verloren. Ein Grund: Die Einspeisevergütungen in China wurden von einem Tag auf den anderen gekürzt. Andere schmerzhafte Einschnitte kommen hinzu.

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Ja Solar

Wie der Börsenexperte Alfred Maydorn in seinem Newsletter berichtet, ist der Aktienkurs des größten Solarherstellers der Welt, Jinko Solar aus China, an nur drei Börsenhandelstagen um 30 Prozent abgestürzt, und dabei so tief gefallen wie seit Jahren nicht mehr. Auch vielen anderen Solarwerten seien negativ beeinflusst durch Änderungen in der chinesischen Solarpolitik, die größere Auswirkungen auf den Solarmarkt in China und dem Rest der Welt in den nächsten Jahren haben könnten, so Maydorn.

Schwere Zeiten kommen auf die Solarindustrie zu. Nach der Ankündigung von Chinas Nationaler Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), Nationaler Energiebehörde (NEA) und dem Finanzministerium (MOF) am 1. Juni, die Fördermittel für die gesamte Industrie zu kürzen und neue größere Solarprojekte deutlich einzuschränken, setzte an den Börsen eine Verkaufswelle ein.

Kürzungen des Einspeisetarifs von bis zu 15 Prozent wurden zwar bereits im Dezember bekannt gegeben und seit Januar schrittweise umgesetzt. Das ist Chinas Regierung aber noch zu wenig. Nun hat die Regierung eine Obergrenze für den Ausbau dezentraler Photovoltaik-Anlagen bei zehn Gigawatt jährlich festgelegt. Noch schlimmer: Großprojekte, die 2017 auf 34 Gigawatt Solarleistung kamen, sollen möglichst gar nicht mehr 2018 gebaut werden. Analysten vom Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory Co. Ltd. (AECEA) erwarten für 2018 nur noch einen Gesamtzubau in China von 30 bis 35 Gigawatt, während Annahmen zuvor in Richtung 50 bis 60 Gigawatt gingen. Nur private Dachanlagen werden offenbar nicht in der Vergütung oder im Ausbau beschnitten.

Die Auswirkungen auf den weltweiten Solarmarkt dürfte erheblich sein. Analysten der US-amerikanischen Investmentbank Roth Capital gehen nun bei Photovoltaik-Modulen von einer Überproduktion im Bereich von 30 Gigawatt aus. Nicht nur die chinesischen Hersteller haben also ein Problem, sondern der Weltmarkt. Denn der dürfte dann mit noch billigeren Modulen überschwemmt werden. Die Chinesen wollen 105 Gigawatt Solarleistung bis 2020 installieren. (Nicole Weinhold)

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