12.06.2018
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Niederlassung und Joint Venture gegründet

EnBW plant schwimmenden Offshore-Park in den USA

Das Ländle ist nicht genug: Nachdem der baden-württembergische Energieversorger EnBW Anfang 2018 sein Engagement in Taiwan verkündet hat, legt er nun nach. Die neu gegründete Regionalniederlassung EnBW North America soll den amerikanischen Markt erschließen. Ein erstes Projekt gibt es auch schon: In einem Joint Venture mit Trident Winds plant EnBW den 650-1.000 Megawatt starken Offshorewind-Projekts „Morro Bay“, der vor der kalifornischen Küste auf schwimmenden Fundamenten gebaut werden soll.

 - In Deutschland hat EnBW 336 MW offshore in Betrieb, 610 Megawatt im Bau und weitere 900 Megawatt in Planung.
In Deutschland hat EnBW 336 MW offshore in Betrieb, 610 Megawatt im Bau und weitere 900 Megawatt in Planung.
EnBW

EnBW sei bereits an Initiativen zur weiteren Entwicklung dieser Technologie beteiligt, der bei der Erschließung neuer Offshoreflächen mit größerer Wassertiefe und noch besseren Windbedingungen künftig ein besonderer Stellenwert zukommen werde, heißt es aus dem Unternehmen. Im Fokus der Partnerschaft stehe dabei zunächst, den Pachtvertrag für die Offshore-Fläche vom Bureau of Ocean Management zu erhalten und sich Netzanschlusskapazität für den Offshore-Windpark zu sichern, die nach Abschaltung eines Gaskraftwerks verfügbar geworden ist.

„Erfolgreiche Projekte erfordern die Kenntnis des lokalen Umfelds, die enge Zusammenarbeit mit den Stakeholdern und eine umfangreiche Erfahrung in der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Offshore-Windparks. Dieses neue Joint Venture bringt all diese Elemente zusammen“, sagt Alla Weinstein, Gründerin und CEO von Trident Winds Inc. 2015 gegründet, um die Entwicklung von Offshore-Windkraftprojekten in großen Wassertiefen voranzutreiben, verfügt das Unternehmen nach Angaben von EnBW über umfangreiche Erfahrung bei Genehmigungsprozessen und der Entwicklung der Floating Technologie. Trident Winds geht davon aus, dass das Projekt Morro Bay das erste von mehreren Floating Offshore-Windprojekten an der Westküste der Vereinigten Staaten sein wird.

Potenzial im amerikanischen Markt

„Derzeit befindet sich die Offshore-Entwicklung an der amerikanischen Westküste noch in einem frühen Stadium“, sagt Dirk Güsewell, Leiter Erzeugung Portfolioentwicklung bei der EnBW. Aber der Bundesstaat Kalifornien habe sich sehr ehrgeizige Ziele gesetzt, bei denen Offshore-Wind soll ab Mitte des kommenden Jahrzehnts eine tragende Rolle spielen soll.

Die Entwicklung von Offshore-Wind in den USA habe in den letzten Jahren deutlich an Dynamik gewonnen, urteilt EnBW und will teilhaben: 2015 veröffentlichte das U.S. Department of Energy ein bundesweites Ausbauszenario von 22 GW bis 2030 und 86 GW bis 2050. Mittlerweile sind eine Vielzahl von Flächen in Entwicklung; der erste Offshore-Windpark „Block Island Wind Farm“ bereits seit 1,5 Jahren in Betrieb.

Bis 2020 will die EnBW die erneuerbaren Energien, vor allem die Offshore-Windenergie, zu einer der tragenden Säulen ihres Geschäfts ausbauen. Derzeit sind nach Unternehmensangaben 336 Megawatt in Betrieb, 610 Megawatt im Bau und weitere 900 Megawatt in Planung. Langfristig will der Energieversorger bis 2025 mehr als fünf Milliarden Euro in den weiteren Ausbau der Erneuerbaren investieren. Dabei setzt er auf eine „selektive Internationalisierung“. So hatte hat die EnBW im Februar dieses Jahres Gesellschaftsanteile von je 37,5 Prozent an drei Projektentwicklungsgesellschaften mit einem Zubaupotenzial von rund 2.000 Megawatt offshore in Taiwan erworben. (Katharina Wolf)

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