08.09.2017
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Netzwerkagentur EE.SH

Fit für die Energiewende

Im Gespräch mit Sascha Wiesner: Seit Juni dieses Jahres ist er Projektleiter der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein EE.SH in Husum.

 - Projektleiter der Netzwerkagentur EE.SH
Projektleiter der Netzwerkagentur EE.SH
EE.SH

Warum ist es für Windkraftfirmen sinnvoll, sich in Schleswig-Holstein anzusiedeln?
»»Sascha Wiesner: Schleswig-Holstein ist eines der Pionierländer der Windenergie in Deutschland. Schleswig-Holstein bietet neben dem Know-how, der Verfügbarkeit von Fachkräften und Ansiedlungsflächen und der benötigten Infrastruktur auch bezahlbaren Wohnraum! Ein Faktor, der in den Ballungsräumen auch in Zukunft immer kritischer werden wird und bei der Ansiedlung nicht unterschätzt werden sollte. Weiter bietet Schleswig-Holstein Firmen flexible branchenübergreifende Angebote wie Sektorkopplung, Power-to-X, E-Mobilität oder Produzieren mit erneuerbaren Energien.

Warum ist EE.SH eine gute Anlaufstelle für Start-ups oder auch für jegliche Neuansiedelung im Bereich erneuerbare Energien in Schleswig-Holstein?
»»Sascha Wiesner: Über unsere Projektpartner und Projektsponsoren können wir neben den Netzwerkkontakten und den Leistungen des EE.SH-Clusters ein breites Spektrum von Fördermöglichkeiten anbieten. Die Unterstützung kann schon vor der Firmengründung beginnen. Wir können Start-ups und Unternehmensgründern zum Beispiel ein Gründungsstipendium oder Förderungen bei Machbarkeitsstudien vermitteln und wissen, wo es attraktive Standorte gibt.

Herr Wiesner, Sie sind ja noch relativ neu im Team: Was reizt Sie an Ihrem Job?
»»Sascha Wiesner: Ganz einfach: Schleswig-Holstein! Ich bin gebürtiger Schleswig-Holsteiner. Klingt pathetisch, ist aber absolut ernst gemeint. Ich bin mit den ersten Schritten der Windenergie, also GROWIAN, in den 1980ern aufgewachsen. Ich habe den größten Teil meines beruflichen Lebens im Bereich der erneuerbaren Energie gearbeitet. Nun habe ich die Chance, über das EE.SH-Cluster an der Energiewende mitzuwirken. Durch das Auktionssystem stehen wir vor komplett neuen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Wir haben hier viel Potenzial, viele innovative Unternehmen, die an der Evolution, der Produktion und Nutzung von erneuerbaren Energien mitwirken.

Welches Know-how bringen Sie aus Ihrer vorherigen Tätigkeit mit, das Sie für Ihre neue Aufgabe gut gebrauchen können?
»»Sascha Wiesner: Ich bringe über 20 Jahre Berufserfahrung mit, davon 15 Jahre im Bereich der erneuerbaren Energien, also Solar, Biogas und Wind, onshore wie offshore. Ich habe sowohl an der Entwicklung von Großprojekten als auch an deren Realisierung und komplexen On- und Offshore-Vertragsverhandlungen mitgewirkt. Ich weiß, wie die unternehmerische Realität aussieht, und habe nun über EE.SH ein Werkzeugan der Hand, aktiv an der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Schleswig-Holstein mitzuwirken.

Wie sehen Hilfen der EE.SH konkret aus?
»»Sascha Wiesner: Durch die langjährigen Aktivitäten des windcomm e. V. und der einzelnen Wirtschaftsförderungsgesellschaften, aus denen EE.SH letztlich hervorgegangen ist, ist ein interdisziplinäres Netzwerk entstanden. Zu diesem Netzwerk gehören die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein WT.SH und die Investitionsbank IB.SH. Beide Institutionen bieten Förderberatung an, die IB.SH zahlt die Fördermittel auch aus. Wir vermitteln die Kontakte, zum Beispiel durch Netzwerk-Veranstaltungen, und weisen in unseren Publikationen auf die Dienstleistungen und Produkte unserer Netzwerkpartner hin. Ein wichtiges Thema ist zurzeit die Internationalisierung. Deutsches Windkraft-Know-how ist im Ausland gefragt, hier gibt esviele Kooperationsmöglichkeiten. Zusammen mit dem Erneuerbare-Energien-Cluster Hamburg organisieren wir Workshops zum Markteinstieg in bestimmten Ländern. Die WT.SH organisiert Messestände für schleswig-holsteinische Firmen wie auf der HUSUM Wind. Darüber informieren wir in unserem Firmennetzwerk. Und wir beraten die Landesregierung dazu, welche Themen der Branche auf den Nägeln brennen.

Wie kann Windkraft-Forschung und -Entwicklung gestärkt werden?

»»Sascha Wiesner: Carsten Delfs, der zweite Projektleiter von EE.SH, ist Innovationsberater bei der WT.SH, unserem Ko-Projektträger. Zwei weitere Innovationsberater der WT.SH gehören zu unserem Team. Sie bringen Erfahrung aus Ingenieurberufen mit und können prüfen, ob eine Idee patentfähig und förderfähig ist. Außerdem gehört das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig- Holstein zu unseren Kooperationspartnern. Es betreut Forschungsprojekte aus dem Bereich erneuerbare Energien, von der Biomasse-Verwertung bis hin zur Entwicklung neuer Generatoren. Über unsere Kooperationen verfügen wir über gute Kontakte zu den schleswig-holsteinischen Hochschulen und arbeiten daran, Unternehmen und Hochschulen weiter zu vernetzen. Das Windtestfeld Nord, das von unserem Projektträger Wirtschaftsförderung Nordfriesland mit entwickelt wurde, ist ein sehr konkretes Projekt zur Förderung der Innovationskraft in der Region.

Interview geführt von Nicole Weinhold

Die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein

EE.SH unterstützt die Umsetzung der Energiewende in Schleswig-Holstein und verknüpft sie mit dem wirtschaftspolitischen Ziel, die Innovationskraft der schleswig-holsteinischen Energiefirmen besonders in den Bereichen Netzintegration, Speicherung und regionale Energievermarktung zu stärken. Strom- und Wärmekonzepte sollen besser verknüpft und die Entwicklung von grünen Industrie- und Gewerbeflächen angereizt werden. Schleswig-holsteinische Produkte und Dienstleistungen sollen zukünftig verstärkt in Auslandsmärkten angeboten und Schleswig-Holstein als Leitregion für die Umsetzung der Energiewende vermarktet werden.

PROJEKTTRÄGER von EE.SH sind die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH und die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WT. SH). Das Projekt wird von der Europäischen Union (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE) sowie teilweise aus Landesmitteln und aus Mitteln der Kooperationspartner von 2015 bis 2021 finanziert.

KOOPERATIONSPARTNER sind das Unternehmen ARGE Netz, die Wirtschaftsförderung egeb, EEK.SH, die Kieler Wirtschaftsförderung KiWi, die Messe Husum, die Wirtschaftsförderung Rendsburg-Eckernförde sowie die Vereine watt_2.0 und windcomm schleswig-holstein e. V.

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