17.09.2017
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Report Energy Watch Group

Gefährden Ausschreibungen den Atomausstieg?

Die deutsche Energiewende wird durch die eingeführten Ausschreibungen massiv bedroht. Zu diesem Schluss kommt die Energy Watch Group aus Berlin. Die durch die neuen Auktionsregime gedrosselte Geschwindigkeit des Erneuerbaren-Ausbaus soll sogar nicht einmal mehr genügen, um in der Stromversorgung die vom Netz gehende Einspeisung aus Atomkraftwerken auszugleichen.

 - AKW Grundremmingen: Block B wird noch Ende 2017 abgeschaltet ehe ab 2019 in Deutschland noch bis 2022 die nächsten nuklearen Kraftwerke vom Netz gehen müssen. Block C Grundremmingen soll 2021 vom Netz. Block A ist seit einem Störfall schon seit 1983 im Rückbau.
AKW Grundremmingen: Block B wird noch Ende 2017 abgeschaltet ehe ab 2019 in Deutschland noch bis 2022 die nächsten nuklearen Kraftwerke vom Netz gehen müssen. Block C Grundremmingen soll 2021 vom Netz. Block A ist seit einem Störfall schon seit 1983 im Rückbau.
RWE AG

Eine Reihe von Fehlern habe dazu geführt, dass der Zubau von großen Anlagen der Photovoltaik (PV), Bioenergieanlagen, Wasser- und Geothermie-Kraftwerken dramatisch zurückgegangen sei. Insbesondere die Einführung von Ausschreibungen – zuletzt für Windkraft und auch Biomasseanlagen in diesem Jahr – habe sich als „kompletter Reinfall“ erwiesen, schreibt das Energiewende-Netzwerk von Wissenschaftlern und Politikern. Dies sei das Ergebnis eines eigenen „ Reports “, teilte die Energy Watch Group am Sonntag mit.

Deutschland müsse seine Politik überdenken und sich wegbewegen von den Tendern hin zu einem modernen Einspeisetarif“, sagte Hans-Josef Fell, früherer Grünen-Bundestagsabgeordneter und Präsident der Energy Watch Group. Nach der Bundestagswahl müsse die dann neu zusammengesetzte parlamentarische Mehrheit eine sehr andere politische Agenda verfolgen zum Wohle der Erneuerbare-Energien-Entwicklung.

Die Energy Watch Group fordert daher im Einzelnen ein Ende der Ausschreibungen für Erneuerbare, den Abbau unnötiger bürokratischen Hürden für deren Ausbau, auf die formierte Regierungskoalition, einen modernen Einspeisetarif für erneuerbare Energien etablieren und die Netzintegration als Ziel aller Investoren von Erneuerbare-Energien-Projekte mit einschließen.

(Tilman Weber)

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1 Kommentar zu "Gefährden Ausschreibungen den Atomausstieg? "

  1. B. Klane - 20.09.2017, 11:01 Uhr (Kommentar melden)

    Ich halte diesen Warnruf für dringend, die Analyse jedoch für zu klein gedacht. Es sind nicht nur einzelne Prozesschritte der Energiewende wie zum Beispiel die hier diskutierten Ausschreibungsverfahren. Nach 15 Jahren als Ingenieur in der Energiebranche habe ich es seit Jahren befürchtet, dass der Tag kommt, an dem man sagt: "Die Laufzeiten müssen verlängert werden, da die Erneuerbaren noch nicht weit genug gekommen sind. Wollt ihr Kohlestrom oder Kernkraft?". War das nicht mit ingenieurmäßigen Analysen, Bilanzen und Beobachtungen unseres Umgangs mit Energie vorhersehbar?
    So wie heute mit Energiewende und Nachhaltigkeit experimentiert wird, versuchen wir noch, neuen Wein in alte Schläuche zu füllen. Für die Energiewende sind tiefreifendere Schritte der Industriegesellschaft nötig: http://www.waerme-regenerativ.de/energiewende.html

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