05.03.2015
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Neue Infraschall-Studie

Gefährliche Windenergie?

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Geralt, Pixabay

Infraschall ist Schall mit einer Frequenz unterhalb der hörbaren Grenzschwelle für den Menschen. Eine Wahrnehmung von Tönen beginnt ab etwa 16 Hertz. Ist der Pegel des Schalls sehr hoch, kann er in Form von Vibration wahrgenommen werden. Erzeuger von Infraschall können fahrende Autos, an den Strand brandende Wellen oder der Wind selbst sein. „Windkraftanlagen sind eine Quelle von Infraschall - Schlafstörungen, Herzrasen, Bluthochdruck und Schwindel die Folgen einer Langzeitaussetzung in unmittelbarer Nähe“, so Jacob. Bürger aus seiner Gegend beklagten laut Jacob diese Auswirkungen auf ihre Gesundheit.

Auslöser für Infraschall: Wind oder Windkraftanlage?

Er stützt seine Äußerungen auf das Buch „Wind Turbine Syndrom – A report on a Natural Experiment“ von Nina Pierpoint, einer US-amerikanischen Ärztin, die sich auf Kinderheilkunde spezialisiert hat. Basis der Analysen bildeten Telefonate mit Personen, die ihre gesundheitlichen Beschwerden auf Windenergieanlagen in ihrer Nähe zurückführten. Die Symptome fasste sie zu einem neuen Krankheitsbild zusammen, dem Windturbinen-Syndrom. Weder eine begleitende medizinische Untersuchung noch akustische Messungen wurden dazu vorgenommen, weswegen das Buch im Allgemeinen in der Medizin als nicht wissenschaftlich anerkannt gilt. Dennoch sollten die vorgetragenen Beschwerden der Bürger, die durchaus von tieffrequenten Tönen ausgelöst werden können, ernst genommen werden. Nur gilt es, die genaue Ursache zu klären.

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat vor kurzem einen Zwischenbericht zu ihrem Messprojekt „Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen“ veröffentlicht. Ziel des Projekts ist es, eine breite Datengrundlage zu Infraschall und tieffrequenten Geräuschen aus unterschiedlichen Quellen zu erhalten, um diese miteinander vergleichen zu können. Ebenso soll die Rolle der Windenergie in diesem Zusammenhang geklärt werden. Basis des Projekts bilden Infraschall-Messungen bei sechs unterschiedlichen Anlagen, einem Windpark und verschiedenen Untersuchungen im Verkehrsbereich. Die LUBW will 2015 noch weitere Untersuchungen dazu durchführen, aber die ersten Ergebnisse geben bereits einen guten Einblick, welche Tendenz sich abzeichnet. Windturbinen führen laut den Analysen zu keinen nennenswerten Infraschall-Immissionen. Zwischen 150 und 300 Metern Entfernung zur Anlage liegt der Pegel deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle. In 700 Metern Abstand wird der gemessene Infraschall sogar hauptsächlich vom Wind selbst erzeugt. Hier geht es zur Studie.
(Bettina Vogl)

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