Foto: Nordex-Group

Internationalisierung Windkraft

Globale Auftragsflut für deutschen Windturbinenhersteller

Die Internationalisierungsstrategie hat bei Windturbinenbauer Nordex zu Rekordbestellungen innerhalb eines Jahres von 6,2 Gigawatt (GW) geführt.

Tilman Weber

Alleine im letzten Geschäftsquartal 2019 gingen bei dem Unternehmen neue Aufträge für Turbinenlieferungen mit einem Volumen von knapp 1,5 GW ein. Insgesamt erhöhte sich im vergangenen Jahr der ganzjährige Auftragseingang für die Lieferung von 1.616 neuen Windturbinen im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent auf 6,2 GW. 2018 hatten die Kunden der Nordex-Gruppe noch Anlagenlieferungen für eine Erzeugungskapazität von 4,754 GW bestellt.

Ursächlich für den guten Eintrag ins Orderbuch ist offenbar die international rasch anschwellende Nachfrage nach den neuen Superturbinen der Anlagenklasse Delta 4000 mit vier bis etwa sechs Megawatt (MW). So machten die Anlagen dieser Windturbinen-Bauplattform gemessen an der bestellten Erzeugungskapazität schon 44 Prozent des Gesamtvolumens der Neuaufträge aus.

Durch die derart komfortabel neu aufgefüllte Auftragspipeline hat Nordex gut für zumindest eine Überbrückung der aktuellen Schwächephase auf dem deutschen Windenergiemarkt vorgesorgt. Gemäß vorläufiger Statistik ist der Windmarkt Deutschland 2019 um noch einmal gut 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Errichtet wurden aller Voraussicht nach noch zwischen 900 und 1.000 MW. Dabei hatte der deutsche Installationsmarkt für Windparks an Land für 2018 bereits einen Abschwung im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2017 von mehr als 50 Prozent verzeichnet. Nordex als Deutschland-Markt-Dritter musste hierdurch einen Rückgang im deutschen Onshore-Installationsgeschäft von insgesamt weit über 600 MW hinnehmen.

Die nun binnen eines Jahres in den Auftragsbüchern neu aufgenommene Erzeugungskapazität entspricht etwa dem Doppelten dessen, was die Nordex-Gruppe bisher jährlich neu installiert. 2018 hatte der aus einer Vereinigung des deutschen Unternehmens Nordex mit dem spanischen Wettbewerber Acciona Windpower hervorgegangene Marktakteur knapp 2,5 GW weltweit installiert. Das 2017 abgeschlossene Zusammengehen beider Unternehmenspartner in eine Unternehmensgruppe geschah mit dem Ziel, auf dem eingeschlagenen Internationalisierungskurs in allen Weltregionen jederzeit mitspielen zu können.

Regional kamen 3,2 GW beziehungsweise die Hälfte der Neuaufträge alleine aus Europa – dank guter Verkaufserfolge in der Türkei, Spanien, den Niederlanden und eines Markteintritts in der Ukraine. Doch speziell auch die USA mit Bestellungen für rund 1,8 GW und dahinter die Großregion Lateinamerika mit rund 1,1 GW sorgten für das gute Ergebnis.

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