Foto: Martina Buchholz - WAB

"Ich will die Wertschöpfungskette unterstützen"

Das Windkraftnetzwerk WAB hat die Führungsfrage geklärt. Chefin ist nun Heike Winkler, die Interimsgeschäftsführerin war und ein Ziel mitbringt.

Tilman Weber

Seit 1. November ist Winkler nun offiziell bestellte Geschäftsführerin der WAB in Bremerhaven. Im Juni hatte sie die Leitung der Geschäftsstelle noch kommissarisch übernommen. Bis dahin war sie viele Jahre lang bis 2015 Leiterin der sogenannten Unternehmenskommunikation des heute nicht mehr existierenden Offshore-Windturbinenbauers Areva und von dessen Nachfolgeunternehmen Adwen. Danach machte sie bis zuletzt auch Pressearbeit für das Netzwerk WAB, dem gut 260 Unternehmen und Institute der Windenergie-Branche angehören.

„Wir sind Heike Winkler sehr dankbar, dass sie im Frühsommer die Geschäftsführung der WAB kurzfristig übernommen hat und freuen uns, dass wir sie nun auch langfristig für diese Aufgabe gewinnen konnten“, sagte WAB-Vorstandsvorsitzende Irina Lucke zur am Mittwoch veröffentlichten Personalie. „Ihre langjährigen Erfahrungen in der Windindustrie machen sie zu einer Idealbesetzung als WAB-Geschäftsführerin“.

Winkler will sich nun zunächst auf eine Aufgabe fokussieren, die offenbar politisch aktueller denn je ist: „Ziel meiner Arbeit ist es die Wertschöpfungskette der Windbranche in ihren Interessen zu unterstützen. Die innovative Windbranche in allen ihren Facetten bietet große industriepolitische Chancen“, betont die WAB-Geschäftsführerin.

Dies will sie klarmachen in einem Moment, in dem die energiepolitischen Entscheidungen der Bundesregierung zu einem offenbar neuen Schub beim Arbeitsplatzabbau führen, nachdem 2017 schon als erste Reaktion auf Reformen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein Rückgang der Beschäftigung in der Windkraft eingesetzt hatte. So waren damals in nur einem Jahr laut offiziellen Statistiken in der Windkraft schon 26.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. 2018 verschwanden weitere knapp 10.000 Stellen, wie die Gewerkschaft IG Metall abschätzt. Ende der ersten Novemberwoche hat nun auch Deutschlandmarktführer Enercon den Abbau von zunächst 3.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Als Nachfolger im Pressesprecheramt bestätigte das Netzwerk WAB nun Hans-Dieter Sohn. Dieser war bisher Reporter des Branchen-Nachrichtendienstes Renews.

WAB-Windforce

Bitte klare langfristige Perspektiven statt Ausbaudeckel!

Die angehende Interimgeschäftsführerin des Branchen-Netzwerkes WAB, Heike Winkler, über die neue Forderung der Offshore-Windkraftindustrie und der Landespolitik

Reaktion auf Anti-Windenergiepolitik

Enercon streicht Produktionskapazitäten in Deutschland

Gibt der Deutschland-Marktführer der Windturbinenbauer seine Rotorblattfertigung auf? Enercon kündigt Notstopp wegen Blockade durch Politik an.

Windjobs

Altmaier gegen die Länder im Ringen um das Überleben der Windbranche

Der größte deutsche Windturbinenbauer Enercon muss auf Länderunterstützung hoffen. In Niedersachsen bricht Stephan Weil eine Lanze für die Windkraft.

Branchentage Windenergie NRW

Windbranche befürchtet Fadenriss und weitere Jobverluste

Die deutsche Windbranche an Land und auf See leidet unter massiven Ausbaueinbrüchen.