02.07.2018
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Rekordzahlen

Neun Prozent mehr sauberer Strom im ersten Halbjahr

Im ersten Halbjahr 2018 ist die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien in Deutschland auf ein Rekordhoch von 104 Milliarden Kilowattstunden geklettert. Das sind etwa neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie sehen die Zahlen im Einzelnen aus?

 - Reichlich Windstromernte im ersten Halbjahr 2018 sorgt für Milliarden Kilowattstunden.
Reichlich Windstromernte im ersten Halbjahr 2018 sorgt für Milliarden Kilowattstunden.
BayWa r.e.

Nach Berechnungen von Eon haben erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2018 erstmals die Marke von 100 Milliarden Kilowattstunden (kWh) geknackt. Windkraftanlagen an Land und auf See steuerten dazu mehr als die Hälfte, nämlich etwa 55 Milliarden kWh bei. Das sind sieben Milliarden mehr als im Vorjahr. Strom aus Bioenergien blieb mit 20 Milliarden kWh unverändert, während Wasserkraftanlagen mit acht Milliarden kWh eine Milliarde mehr als im Vorjahreszeitraum schafften.

Die Stromerzeugung aus Solaranlagen legte laut Eon weniger deutlich zu. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 ging es leicht um eine auf 21 Milliarden kWh hinauf. Allerdings: Nicht berücksichtigt wurde der Strom aus privaten Photovoltaik-Anlagen, der direkt verbraucht und nicht ins Netz eingespeist wird. Der BSW Solar kam mit anderen Zahlen. Die Betreiber der in Deutschland installierten über 3,5 Millionen Solaranlagen können sich im ersten Halbjahr 2018 über eine Rekordernte freuen. So lag allein die Produktion von Solarstrom mit rund 23,6 Mrd. kWh fast acht Prozent über dem ersten Halbjahr 2017. Das geht aus aktuellen Berechnungen des BSW Solar hervor. Die gute Sonnenernte der letzten Monate sei das Resultat eines ungewöhnlich sonnenreichen Frühjahrs und einer anziehenden Nachfrage. Die Vereinigung der Solar- und Speicherunternehmen fordert die Bundesregierung auf, die Potenziale der inzwischen überaus preiswerten Solartechnik noch deutlich stärker zu nutzen, um die Klimaziele zu erreichen.

Die Bundesregierung müsse das jährliche Photovoltaik-Ausbauziel von 2,5 Gigawatt auf rund 10 Gigawatt erhöhen und den im EEG verankerten 52-Gigawatt-Zubaudeckel noch in diesem Jahr ebenso streichen wie die diskriminierende finanzielle Belastung von Mietern und Unternehmen, die sich selbst oder im ökologischen Quartiersverbund mit Solarenergie versorgen wollen, so die Forderung des Bundesverbandes.

Von Januar bis Juni erzeugten die Solar-, Wasser-, Windkraft- und Biomasseanlagen in Deutschland laut Berechnungen des Energieanbieters Eon zusammen mehr als 104 Milliarden kWh Ökostrom. „Das ist ein Anstieg um rund 33 Prozent innerhalb von drei Jahren und zeigt, dass die Erneuerbaren für unsere Energieversorgung immer wichtiger werden“, erklärt Victoria Ossadnik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Eon Energie Deutschland. Zum Vergleich: Die erzeugte Strommenge könnte rein rechnerisch sämtliche Haushalte in Deutschland für ein komplettes Jahr mit Ökostrom versorgen.

2017 trugen Erneuerbaren nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft 36 Prozent zum Strommix bei. 2017 war mit knapp 5 GW Nettozubau Wind an Land und 1,2 GW Zubau offshore ein Rekordjahr gewesen. Das vergangene Jahr war daher nach vorläufigen Angaben der Übertragungsnetzbetreiber das Jahr mit der bislang höchsten Einspeisung aus Windenergieanlagen. Im windreichen vierten Quartal wurden mit 2.307 GWh die bislang höchste Menge an erneuerbaren Energien abgeregelt, zunehmend auch Offshore-Windparks.

Die in diesem Jahr bislang höchste Einspeisung erneuerbarer Energien gab es nach Angaben der Bundesnetzagentur am 3. Januar mit etwa 1,1 Milliarden kWh. Damals zog Sturmtief Burglind über Deutschland, und die Erneuerbaren deckten rund 71,6 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland ab. (Nicole Weinhold)

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