07.12.2017
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Nordex und Senvion: Erfolg bei Export-Offensiven

Neue internationale Großaufträge für Senvion und Nordex. Beide deutsche Hersteller von Windturbinen müssen nach der Einschränkung des Windenergie-Ausbaus durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 ihre Umsätze nun deutlich mehr in ausländischen Märkten mit großen Projekten sichern – und melden Erfolge aus Australien, Norwegen und den Niederlanden.

 - Windenergie in Australien: Senvion und Nordex sind bereits mit einer Erzeugungskapazität eines dreistelligem Megawatt-Volumens auf dem fünften Kontinent vertreten - durch erste Aufträge oder die ersten schon errichteten Anlagen.
Windenergie in Australien: Senvion und Nordex sind bereits mit einer Erzeugungskapazität eines dreistelligem Megawatt-Volumens auf dem fünften Kontinent vertreten - durch erste Aufträge oder die ersten schon errichteten Anlagen.
Nordex

Die Projektfertigstellung in drei „neu erschlossenen Märkten“ zeuge vom „anhaltenden Erfolg“ der im Vorjahr eingeleiteten strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, meldete Senvion am ersten Dezember-Donnerstag. Vorausgegangen war da die Installation der 33. und letzten Anlage im 112 Megawatt (MW) leistenden neuen Windpark Egersund in Südnorwegen. Außerdem hat das noch 2015 als drittgrößter Lieferant von Turbinen für neue Windparks im deutschen Markt gut verdienende Unternehmen jeweils seinen ersten Windpark in Serbien und in Irland nun fertig gebaut. Mit acht und zehn MW handelte es sich allerdings um vorerst kleinere Einstiegsprojekte. Während Senvion für Egersund nun Turbinen der ersten modernen Binnenlandturbinengeneration mit 3,4 MW und 114 Meter Rotordurchmesser lieferte, stellte das Unternehmen in Serbien und Irland jeweils Anlagen der traditionellen Zwei-MW-Generation mit 100 und 82 Meter Rotordurchmesser auf.

Schon in den vergangenen Monaten hatte der Hersteller von Anlagen mit klassischem langgezogenem Getriebe-Antriebsstrang immer wieder Großaufträge aus dem Ausland vermelden können. Der jüngste Abschluss eines Großauftrag war gemäß den Mitteilungen Senvions zu Mitte November für einen Windpark in Australien erfolgt: Schon Anfang des Jahres hatten die Hamburger den damals noch bedingten Vertrag für das insgesamt 212 MW große Projekt Lincoln Gap im Süden des pazifischen Landes und Kontinents gemeldet: Einen Auftrag unter Vorbehalt. Im November aber war gemäß der Unternehmensmitteilung bei Senvion der Auftrag für den ersten Teilabschnitt des Parks mit 126 MW eingegangen. Liefern soll Senvion hierfür Anlagen der zweiten und nun ganz aktuellen Binnenlandgeneration mit 140 Meter Rotordurchmesser und 3,6 MW.

Wettbewerber Nordex meldet nun ebenfalls seinen gezielten Markteintritt für Australien: Im Oktober teilte der Hersteller mit, dass er eine Landesvertretung für den Vertrieb in Australien eröffnet habe. Die entstandene Präsenz mit erstmals einem eigenen Geschäftsquartier auf dem fünften Kontinent begründete das Unternehmen mit seinem neusten Vordringen dort. Der zweitgrößte Nordexwindpark in Australien mit 44 Anlagen überwiegend aus der zweiten modernen Binnenland-Generation des Herstellers in der Drei-MW-Klasse sei nun im Bau, teilte hierzu Nordex mit. Insgesamt hat das Unternehmen nun bereits 370 MW in Australien installiert oder zumindest mit der Errichtung der noch ausstehenden Turbinen dafür begonnen.

Ende November meldete Nordex zudem den Auftrag für das 180-MW-Projekt Wieringermeer in den Niederlanden. Der Turbinenbauer darf 50 Anlagen vom Typ N117/3600 liefern und bis Ende 2019 ans Netz anschließen.

Nordex und Senvion sind traditionell die Konkurrenten im Wettbewerb um Rang Drei im deutschen Windmarkt. 2016 übernahm Nordex diese Position erstmals und löste somit Senvion ab. Auch 2017 wird das Unternehmen diese Position in Deutschland gemäß bereits bekannten Ausbauzahlen halten. Ungewissheit herrscht allerdings für die kommenden Jahre 2018 und erst Recht 2019, da im Rahmen der in diesem Jahr eingeführten Ausschreibungen in Verbindung mit einem sehr starken Preiswettbewerb bisher kaum neue Nordex-Projekte laut Anlagenregister schon Genehmigungen erhalten haben. Senvion steht hier nur ein wenig besser da. Die mit weitem Abstand meisten Neugenehmigungen listet das Anlagenregister hingegen für Vestas und Enercon auf.

(Tilman Weber)

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2 Kommentare zu "Nordex und Senvion: Erfolg bei Export-Offensiven "

  1. Tilman Weber - 07.12.2017, 15:29 Uhr (Kommentar melden)

    Ist das so? Ich kann das auch bei Heran- und Groß-Zoomen des Fotos auf meinem Bildschirm so nicht nachvollziehen. Das Motiv ist jedenfalls das direkt von Nordex versandte. Wenn Sie mehr wissen, lassen Sie doch die anderen Leser daran teilhaben.

  2. FlorianH - 07.12.2017, 14:37 Uhr (Kommentar melden)

    Nur komisch, dass bei der Bildauswahl immer wieder eine Getriebelose Anlage gezeigt wird, welche weder von Senvion noch von Nordex angeboten wird....

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