19.01.2017
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Genug Strom für Berlin und Brandenburg

Offshore 2016: 818 Megawatt neu am Netz

818 Megawatt (MW) Offshore-Windleistung gingen 2016 neu ans Stromnetz. Die Stromerzeugung aus Windenergie auf See betrug 2016 etwa 13 Terawattstunden - genügend Energie, um ganz Berlin und Brandenburg zu versorgen.

 - 2015 fällt aus dem Rahmen - auch wegen vieler Nachholeffekte von 2014, also Anlagen, die schon installiert, aber noch nicht am Netz waren.
2015 fällt aus dem Rahmen - auch wegen vieler Nachholeffekte von 2014, also Anlagen, die schon installiert, aber noch nicht am Netz waren.
Grafik: Deutsche Windguard

Insgesamt waren Ende vergangenen Jahres 947 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4.108 MW am Netz. Deutsche  Windguard hat die Ausbauzahlen für die Windenergie auf See für 2016 im Auftrag von VDMA Power Systems, Bundesverband Windenergie BWE, Stiftung Offshore-Windenergie, Windenergie Agentur WAB sowie Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie AGOW erhoben. Heute haben die Verbände sie gemeinsam in Berlin bekanntgegeben.

Anna-Kathrin Wallasch von Deutsche Windguard erläuterte die Zahlen: 2014 sei viel installiert worden, aber erst 2015 ans Netz gegangen. Damals waren es rund 2,2 Gigawatt neu installierte Leistung. Dieser massive Nachholeffekt sei 2016 nicht aufgetreten, daher war es mit 818 MW deutlich weniger Neuleistung. Die Stromerzeugung aus Windenergie auf See betrug 2016 etwa 13 Terawattstunden. Damit etabliert sich die Offshore-Windenergie weiter im deutschen Strommix und versorgt rund drei Millionen Haushalte mit Strom. Das entspricht etwa der Anzahl aller Haushalte in Berlin und Brandenburg. 21 Anlagen mit zusammen 123 Megawatt Leistung gehen derzeit ans Netz – ein Nachholeffekt, der die Zahlen 2017 leicht erhöhen wird. Wallasch erklärte, das sei der Windpark Nordergründe, der bereits fertig aufgestellt ist. Für 2017 werden 1.400 Megawatt neue Leistung erwartet, 2018 und 19 je etwa 1.000 Megawatt.

 - Das Ziel der Bundesregierung von 6,5 Gigawatt Offshore-Wind bis 2020 ist damit bereits abgebildet.
Das Ziel der Bundesregierung von 6,5 Gigawatt Offshore-Wind bis 2020 ist damit bereits abgebildet.
Grafik: Deutsche Windguard

Wallasch erklärte, die Regierung habe das Ziel von 6,5 GW bis 2020 ausgegeben. Die bis Ende 2017 gesetzlich maximal zuweisbare Netzanschlusskapazität beträgt 7,7 GW für Projekte, die bis 2020 umgesetzt werden können. An der oberen Grafik sieht man, dass das Regierungsziel schon in der Umsetzung ist. Für die restliche Netzkapazität gebe es eine hohe Konkurrenz unter den Projekten.

Rückbau Hooksiel

Eine erste Offshore-Anlage sei zurück gebaut worden, sagte sie. Es handelte sich dabei um die die acht Jahre alte Nearshore-Anlage mit fünf MW von Bard vor Hooksiel bei Wilhelmshaven. Wegen eines technischen Defekts ist die Testanlage seit mehreren Jahren nicht mehr in Betrieb, der Hersteller selbst schon lange vom Markt verschwunden. Ansonsten wird in Niedersachsen aber am stärksten von allen Bundesländern zugebaut. Die Hälfte der gesamten Offshore-Leistung ist vor der niedersächsischen Küste errichtet worden, gefolgt von Schleswig-Holstein (41 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (8 Prozent) angeschlossen.

Anlagengröße und Fundamenttyp

Welche Technologien liegen im Trend? Die 2016 ans Netz geschlossenen Anlagen kommen auf eine durchschnittliche installierte Nennleistung von 5.244 Kilowatt, 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Rotordurchmesser wuchs um 21 Prozent auf 145 Meter. Die durchschnittliche Nabenhöhe steigerte sich um 18 Prozent auf 104 Meter.  

Im Verlauf des Jahres 2016 wurden in deutschen Offshore-Windenergieprojekten 212 Fundamente verbaut. Monopiles dominieren mit einem Anteil von 68 Prozent. Jackets machten die restlichen 32 Prozent aus. Bezogen auf die gesamt installierte Fundamentanzahl kommen Monopiles ebenfalls auf 68 Prozent, 14 Prozent sind Jacket-Gründungen und Tripods machen einen Anteil von 11 Prozent aus. So deutlich für die Vorliebe für Monopiles ist sie auch bei der Fragt: Nord- oder Ostsee. Ein überragender Anteil von rund 92 Prozent aller Offshore-Anlage befindet sich in der Nordsee.

(Nicole Weinhold)

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