19.09.2013
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Diebstahlsschutz

QR-Code zum Schutz vor Langfingern

Polizei kann gestohlene Komponenten erkennen

Nachdem Second Sol schon eine Datenbank für gestohlene Module betreibt, hat der Betreiber des Photovoltaikzweitmarktes sein Sicherheitskonzept gegen Diebstähle von Anlagenkomponenten erweitert. Module werden mit QR-Codes gekennzeichnet und können über ein Smartphone direkt zum Besitzer verfolgt werden.

 - Nachdem der QR-Code abgerissen wurde, bleibt ein solches Schachbrettmuster auf der Oberfläche zurück. Ein deutliches Zeichen, dass die Komponente gekennzeichnet war. Über die Seriennummer kann sie in der Diebstahldatenbank abfragen, ob das Modul oder der Wechselrichter als gestohlen gemeldet ist.
Nachdem der QR-Code abgerissen wurde, bleibt ein solches Schachbrettmuster auf der Oberfläche zurück. Ein deutliches Zeichen, dass die Komponente gekennzeichnet war. Über die Seriennummer kann sie in der Diebstahldatenbank abfragen, ob das Modul oder der Wechselrichter als gestohlen gemeldet ist.
PV-Diebstahl/SecondSol

Nachdem Second Sol mit Sitz im thüringischen Meiningen bereits eine Datenbank über gestohlene Komponenten von Solarstromanlagen aufgebaut hat, erweitert der Betreiber des Photovoltaikzweitmarktes das Sicherheitskonzept. Zusammen mit dem Wartungsspezialisten Envaris in Berlin entwickelten die Thüringer eine Kennzeichnungssystem mit QR-Codes. QR steht dabei für Quick Response.

Nur schwer zu entfernen

Die Anlagenkomponenten erhalten jeweils einen nur schwer entfernbaren Aufkleber, auf dem ein solcher QR-Code aufgedruckt ist. Die jeweiligen Codes sind in einer Datenbank hinterlegt, auf die die Polizei Zugriff hat. Damit kann die Polizei sofort den Eigentümer von Modulen oder Wechselrichter ermitteln, nachdem sie auf eine Ladung solcher Photovoltaikkomponenten gestoßen ist. Sie hat auch die Möglichkeit, sofort mit dem in der Datenbank eingetragenen Eigentümer Kontakt aufzunehmen. Zwar kann der Dieb die Aufkleber entfernen. Die Module oder Wechselrichter blieben aber trotzdem gekennzeichnet.

Denn Second Sol setzt sogenannte Checkboarder-Etiketten ein. Auf der Rückseite dieser Etiketten ist ein Schachbrettmuster eufgedruckt, das sich beim Aufkleben des Etiketts auf den Modulrahmen oder das Wechselrichtergehäuse überträgt. Dieses ist wiederum nur mit hohem Aufwand entfernbar, den der Dieb an Tatort in der Regel nicht betreiben kann. Stößt die Polizei auf Photovoltaikkomponenten mit diesem Schachbrettmuster kann sie über die Seriennummer in der Diebstahldatenbank ermitteln, ob es sich um ein als gestohlen gemeldetes Teil einer Solarstromanlage handelt.

Polizei registriert immer mehr Fälle

Das Problem des Diebstahls von Photovoltaikkomponenten wird vor allem für Betreiber von Freiflächenanlagen immer mehr zum Ärgernis. So hat die Polizei in Brandenburg in den vergangenen Jahren immer mehr Fälle registriert, die mit entsprechend hohen Schäden verbunden sind. Im Jahr 2008 registrierte die brandenburgische Polizei 16 Diebstahlfälle von Photovoltaikkomponenten aus Solarparks.

Ein Jahr später stieg die Zahl um knapp die Hälfte auf 23 Delikte. Im Jahr 2010 waren es schon 59 Fälle. Ein Jahr danach schlugen die Diebe 99 mal zu. Im vergangenen Jahr registrierten die vier Polizeidirektionen im Land Brandenburg 149 Fälle und in den ersten Monaten dieses Jahres sind es schon 22 Fälle von Diebstahl aus den vielen Solarparks des Landes. Geschätzter Schaden bisher: über zwei Millionen Euro. „In den meisten Fällen haben es die Diebe dabei auf Photovoltaikanlagen abgesehen, die außerhalb besiedelter Gebiete liegen und schlecht einsehbar sind“, weiß Frank Fiedler von Second Sol. Schließlich schützen auch die Vorsichtsmaßnahmen wie Zäune oder Kameras nicht vor Dieben, die sich gut auskennen, wie die brandenburgische Polizei bestätigt. (Sven Ullrich)

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