12.02.2018
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Neujahrsempfang 8.2

„Shine on, you crazy diamond wind energy“

Jürgen Holzmüller erinnert beim Neujahrsempfang der 8.2-Group in Hamburg an die Anfänge der Sachverständigen-Gruppe in der Windenergie. 1995 eröffnete Manfred Lührs in Schleswig-Holstein das erste Büro der Gruppe, die heute aus 28 nationalen und internationalen Büros besteht.

 - Manfred Lührs verkündete neue Erkenntnisse zur Lebensdauer von Windkraftanlagen auf dem 8.2-Neujahrsempfang in Hamburg.
Manfred Lührs verkündete neue Erkenntnisse zur Lebensdauer von Windkraftanlagen auf dem 8.2-Neujahrsempfang in Hamburg.
Foto: Nicole Weinhold

"Wir haben uns zusammengefunden, weil jeder das Ziel hat, die erneuerbaren Energien voranzubringen. Unser Ziel lautet 100 Prozent erneuerbare Energien - dafür brennen wir", dieses deutliche Statement schickte 8.2-Vorstand Jürgen Holzmüller seiner Eröffnungsrede zum 8.2-Neujahrsempfang in Hamburg voraus. Die Botschaft: 8.2 ist nicht nur eine Gruppe von Sachverständigen für erneuerbare Energien, sondern auch emotional verbunden durch das gemeinsame Ziel des Klimaschutzes.

Holzmüller erinnerte an die Anfänge von 8.2: "Alles begann 1995, als Manfred Lührs in Schleswig-Holstein das erste Büro eröffnet hat." Er habe sich gefreut, als Lührs 1998 fragte, ob Holzmüller nicht in Aurich ein zweites Büro eröffnen wolle. Die Zusammenarbeit erwies sich als gute Sache. "Wir ergänzen uns", so Holzmüller. 1998 bis 2006 sind viele weitere Büros der Gruppe entstanden. 8.2 sei geprägt von den Köpfen, jeder habe sein Herzblut. 2006 sei dann die 8.2 Consulting AG gegründet worden. Der Vorstand zeigte einen Artikel von 2007 in seiner Präsentation: „Shine on, you crazy diamond wind energy“, schrieb Björn Johnsen in der Überschrift seines Berichts zum Neujahrsempfang des Jahres im Magazin ERNEUERBARE ENERGIEN. Und in der Folgezeit glänzte der Edelstein der Windbranche dann auch weiter. Ab 2007 kamen internationale Standorte dazu, etwa in Frankreich und Brasilien.

Holzmüller hob in seinem Vortrag einige Highlights hervor. So hatte 8.2 in einem Windpark in Schweden mit elf Vestas V100 den kompletten Prozess begleitet. In Pakistan hatte die Gruppe für einen 100-MW-Solarpark vorher eine Machbarkeitsstudie erstellt und dann auch die Projektentwicklung und weitere Aufgaben übernommen. Für den Offshore-Windpark Meerwind Süd Ost hat 8.2 vom Design-Review bis zur wiederkehrenden Prüfung alles gemacht. Für 29 Fuhrländer-Anlagen in Kazanlak, Bulgarien, hat 8.2 das Monitoring entwickelt für den Kunde Vetrocom. Die Gruppe hat einen Schadensanalysebericht in Spanien für 14 Vestas V90 mit Kabelschaden erstellt und die technische Beratung übernommen. Für den Trianel-Windpark Borkum West 2 erstellte 8.2 eine umfängliche Due Diligence. Nach über 5.000 Gutachten bekomme 8.2 nun ein neues Gesicht, so Holzmüller. Das Logo bleibe bestehen, werde aber etwas aufgefrischt.

Im Anschluss an Jürgen Holzmüller berichtete Manfred Lührs den Gästen auf dem Neujahrsempfang über neue Erkenntnisse aus dem Bereich Weiterbetrieb. Doch zuvor nutzte er die Präsentation für ein politisches Statement. Bevor er zu Materialverformungen in der Windkraft kam, sprach er von "politischen Verformungen" wie US-Präsident Trump, Österreich-Chef Kurz, dem türkischen Autokraten Erdogan und dem Ministerpräsidenten von Ungarn, Viktor Urban. Er erzählte, wie er 2015 in Ungarn eine Woche lang Geflüchtete zur Grenze nach Österreich gefahren hat. "Die sind dann in Richtung eines Windparks bei Nickelsdorf in Österreich gelaufen, da hat dann die nächtliche Beleuchtung des Windpark plötzlich eine neue positive Bedeutung bekommen."

Manfred Lührs berichtete dann von spannenden Ergebnissen, die neue Teststand-Untersuchungen an einer Rotorwelle ergeben hatte. Die Rotorwelle der Windenergieanlage sei ein hochbelasteter Bereiche, wie man an dem Computerbild erkennen konnte. Das Bauteil sei auf 20 Jahre Lebendauer berechnet worden. An einem Teststand des Fraunhofer IWES hat 8.2. die Lastwechsel und Windlasten innerhalb von 20 Jahre nachgestellt. "Wir machen Materialtests nicht mehr nur mit Proben, sondern mit kompletten Bauteilen", so Lührs. "Dabei zeigte sich, dass die angestellten Berechnungen wahrscheinlich nicht stimmen." Wenn Bauteile fortwährend im Betrieb verformt würden, so die Annahme, sei das Material offenbar deutlich stärker als erwartet. "Wirkliche Ermüdungsschäden treten praktisch nicht auf. Wir können mit einer Lebensdauererhöhung von rund 50 Prozent rechnen", so Lührs. Windturbinen werden länger halten als erwartet, so sein Fazit.

Anschließend sprach Heinz-Theo Mengelkamp von der Anemos GmbH darüber, dass statt Wind- nun Erlösgutachten wichtig werden. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung ging es noch um Fundamente, die Zukunft der Stromnetze, um Hauptlager für Großturbinen sowie um Condition Monitoring. Nach den spannenden Vorträgen kamen die Besucher dann in den Genuss einer Sonderführung im an den Veranstaltungort angrenzenden Tropenaquarium Hagenbeck. Und natürlich blieb anschließend doch Zeit zum Netzwerken oder einfach zum Plaudern. (Nicole Weinhold)

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