22.02.2016
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Photovoltaik in Spanien

Solarförderung auf den Kanaren bereitgestellt

Die Regierung der Kanaren stellt Fördermittel für den Bau unter anderem von gewerblichen Photovoltaikanlagen zur Verfügung. Der Eigenverbrauch des Stroms steht dabei im Vordergrund. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 29. April 2016.

 - Maxx Solar im thüringischen Waltershausen hat diese Inselanlage auf Teneriffa bereits 2013 realisiert. Ob die jetzt bereitgestellte geringe Förderung ausreicht, um das Potenzil zu heben, das die Kanaren haben, bleibt äußerst fragwürdig.
Maxx Solar im thüringischen Waltershausen hat diese Inselanlage auf Teneriffa bereits 2013 realisiert. Ob die jetzt bereitgestellte geringe Förderung ausreicht, um das Potenzil zu heben, das die Kanaren haben, bleibt äußerst fragwürdig.
Maxx Solar Energie

Wie die Exportinitiative Erneuerbare Energien mitteilt, stellt die Regierung der Kanaren in diesem Jahr Fördermittel für die Finanzierung von Ökostromprojekten 19 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei müssen die Betreiber der Anlagen ihren Strom aber zum großen Teil selbst verbrauchen. „Zur Finanzierung werden zwei Kreditlinien für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Selbstständige zur Verfügung gestellt“, beschreiben die Experten der Exportinitiative die Regelungen. „Diese können eine Summe von bis zu 85 Prozent der Projektkosten erhalten, wobei ein Minimum von 35.000 Euro und ein Maximum von 1,2 Millionen Euro vorgesehen sind.“

Zinsverbilligte Kredite

Allerdings sind dies keine Investitionszuschüsse, sondern nur verbilligte Kredite, die zu einem Zinssatz von zwei Prozent vergeben werden. Die Mittel bekomme die Regierung der spanischen Atlantikinseln aus dem europäischen Entwicklungsfonds. Noch bis zum 29. April dieses Jahres können sich interessierte Unternehmen bei der Gesellschaft für die wirtschaftliche Entwicklung der Kanaren (Socidad para el Desarrollo Económico de Canarias – Sodecan) um die Förderung bewerben. „Kriterien für die Projektauswahl sind technische und wirtschaftlich Machbarkeit sowie der Innovationsgrad“, wissen die Experten der Exportinitiative.

Madrid will eigentlich keinen Solarstrom

Damit geht die Regierung den ersten Schritt, die Stromversorgung der Inselgruppe im Atlantik vor der Küste Afrikas auf erneuerbare Energien umzustellen. Das ist rechtlich nicht so einfach zu bewerkstelligen. Denn die Kanaren gehören zu Spanien. Madrid hat aber nicht nur alle Einspeisevergütungen für Solarstrom abgeschafft. Vielmehr legt die spanische Regierung auch dem Eigenverbrauch Stein ein den Weg. Den erzeugten Solarstrom selbst zu verbrauchen ist das Geschäftsmodell, das die Branche nach dem Wegfall der Einspeisevergütung entwickelt hat. Allerdings müssen die Anlagenbetreiber seit Oktober 2015 eine einmalige Gebühr für den Generator zwischen neun und 15,4 Euro pro installiertes Kilowatt bezahlen. Für den produzierten Strom müssen sie zusätzlich zwischen 0,05 und 0,07 Euro pro Kilowattstunde bezahlen. Die Höhe dieser Abgaben richtet sich nach der Größe der Anlage.

Sonderregelungen für die spanischen Inseln

Die Abgabe auf den produzierten Strom entfällt aber bei Anlagen mit einer Leistung von weniger als zehn Kilowatt und für Generatoren, die auf den spanischen Inseln gebaut werden. Die Betreiber dieser Anlagen bezahlen nur die einmalige Gebühr. Diese Sonderregelung für die spanischen Inseln begründet Madrid damit, dass die durchschnittlichen Stromgestehungskosten höher sind als auf dem spanischen Festland. Auf den Kanaren rechnen die Regierungsbeamten in Madrid mit 210 Euro pro Megawattstunde, während sie die Stromgestehungskosten auf dem Festland mit 50 Euro pro Megawattstunde ansetzen. Daher müsse der Eigenverbrauch gesondert gefördert werden, was mit Madrid mit dem Wegfall der Strafabgabe für den gesamten von der Solaranlagen produzierten Strom als ausreichend ansieht.

Allerdings bleiben die jetzt bereitgestellten Mittel nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat ausgerechnet, dass sich die Kanaren bis 2050 komplett mit erneuerbaren Energien versorgen können. Das ist billiger als die bisherige Energieversorgung, die hauptsächlich auf teuer importierten Erdöl beruht. Allerdings haben die Experten vom DLR ausgerechnet, dass dafür Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro notwendig. Selbst wenn die zinsverbilligten Kredite weitere Investitionen auslösen, wird das nicht ausreichen, um die Energiewende auf den Kanaren zu bewältigen. (Sven Ullrich)

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