Foto: 2018 Darren Cool

Solaranlage

Solarpark mit Speicher ohne Förderung in England installiert

Die englische Grafschaft West Sussex hat einen der ersten Solarpark-Speicher-Kombinationen des Vereinigten Königreichs gebaut, die ohne Förderung auskommt.

Der britische Projektierer Arun Construction Services hat in Westhampnett im Auftrag der Grafschaft West Sussex einen der ersten Solarparks des Königreichs gebaut, der komplett ohne Förderung und Einspeisevergütung auskommt. Dazu haben die Installateure noch einen großen Stromspeicher montiert, der nicht nur dabei helfen soll, das Netz in der Grafschaft West Sussex stabil zu halten, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Solar-Speicher-Systems unterstützen.

Denn er wird zusätzliche Einnahmen aus Arbitragegeschäften, Frequenzdiensten und Kapazitätsmarkterträgen erwirtschaften. „Damit gehen wir unter den lokalen Behörden neue Wege und zeigen, dass Kommunen eine führende Rolle bei der Energieversorgung spielen müssen“, betont Louise Goldsmith, Bezirksratsvorsitzende der Grafschaft. Außerdem wird die Kommune mit dem System für die nächsten 25 Jahre erhebliche Einkünfte erzielen.

Nicht in Quartalen rechnen

Der Solarpark mit einer Leistung von 7,4 Megawatt steht auf einem 35 Hektar großen ehemaligen Deponiegelände in Westhampnett. Das kleinen Dorf liegt etwa 30 Kilometer östlich von der Hafenstadt Portsmouth und unmittelbar vor den Toren des Hauptortes der Grafschaft West Sussex, Chichester. Den Strom aus dem Solarpark verkauft die Grafschaft als Betreiber der Anlage direkt auf dem Stromgroßhandelsmarkt. Inzwischen sind die Kosten für Solarstrom so weit gesunken, dass sich das für die Grafschaft rechnet, wenn auch die Rendite übersichtlich ist. „Die kommunalen Investoren rechnen nicht in Quartalen wie andere Geldgeber“, erklärt Christian Went von Tesvolt, mit Blick auf die lange Laufzeit der Anlage.

Zellschäden vermeiden

Der Wittenberger Hersteller hat den riesigen Stromspeicher konstruiert und geliefert. Er kann den Strom mit einer Leistung von immerhin 4,4 Megawatt aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Der Wittenberger Hersteller verspricht immerhin eine kalendarische Lebensdauer von 30 Jahren. „Das entspricht schon eher den Ansprüchen an eine Lösung, die langfristig dem Steuerzahler dient“, sagt Went. Um diese Lebensdauer zu schaffen, haben die Entwickler bei Tesvolt das gesamte System mit einem Energiemanagement versehen, das jede Batteriezelle einzeln ansteuert. Dadurch können die Wittenberger davon ausgehen, dass die Zellen optimial be- und entladen werden. Dadurch vermeiden sie Zellschäden durch ungleichmäßige Ladestände.

Schnell be- und entladen

Die Lithiumionen-Batterien haben den Vorteil, dass sie schnell auf Änderungen im Netz reagieren können. Um das noch weiter zu verbessern, hat Tesvolt den Speicher mit prismatischen Zellen ausgestattet, die auch in der Elektromobilität verwendet werden, wo es noch mehr darauf ankommt, hohe Leistungsänderungen schnell abzudecken. Dadurch kann der Speicher seinen gesamten Inhalt innerhalb von einer Stunde komplett ins Netz drücken oder, wenn er leer ist, in der gleichen Zeit komplett wieder aufgeladen werden.

Diese Batterieladerate von 1 C wird auch durch die Suny Central Batteriewechselrichter von SMA ermöglicht, die die Verbindung zwischen Speicher, Solaranlage und Netz herstellen. „Die Nachfrage in Großbritannien nach leistungsfähigen Batteriespeichern ist derzeit groß“, weiß Kevin Keiley, Geschäftsführer von Arun Construction Services. „Für Unternehmen und Kommunen, die sich Netzdienstleistungen vergüten lassen können, wird das Thema auch in den kommenden Jahren sehr interessant bleiben“, betont er.

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