16.05.2018
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J&V Energy Technology

Taiwan: 20 Gigawatt Solar bis 2025

Taiwan hat sich selbst einen Solarboom verordnet - die Firma J&V Energy Technology hilft bei der Umsetzung. Die Herausforderungen sind riesig - zum Beispiel wenn Taifune und Überschwemmungen den Solaranlagen zusetzen.

 - Auf dem Dach eines Kongress-Gebäudes in Taipeh spendet eine 99-kW-Anlage Gästen und Mitarbeitern Schatten.
Auf dem Dach eines Kongress-Gebäudes in Taipeh spendet eine 99-kW-Anlage Gästen und Mitarbeitern Schatten.
Foto: Nicole Weinhold

Es ist heiß in Taiwans Hauptstadt Taipeh. Hier hat J&V Energy seinen Hauptsitz. Kai Tan ist CEO der Firma, die in einem schicken neuen Hochhaus in der Metropole zwei Etagen belegt. Der Firmenchef erklärt den internationalen Journalisten im angenehm klimatisierten Besprechungsraum, dass J&V in Solaranlage in Taiwan investiert – Dachanlagen, Freiflächen und schwimmenden Solarparks - und die Anlagen zum Teil wieder verkauft. Die Tochterfirma JNV Solar übernimmt die Betriebsführung für Solarparks und ist Service-Dienstleister. Die Motivation? Tan sagt, das Klima für Solarenergie in Taiwan ist optimal - und damit meint er nicht nur die hohe Sonneneinstrahlung: „Die Landesregierung hat das Ziel, bis zum Jahr 2025 insgesamt 20 Gigawatt Solarleistung zu installieren.“ Ende 2017 waren es erst 1.767 Megawatt (MW). Es gibt also noch reichlich zu tun. J&V hat bisher 120 MW in Taiwan umgesetzt. Zu den Herausforderungen gehören Überschwemmungen und Taifune. So hat J&V die erste Anlage auf sumpfigem, sinkendem Überschwemmungsland in Yunlin errichtet. Die Anlage hat 234 Kilowatt Leistung. "Das war eine ziemliche Herausforderung - die Anlage verändert ihre Höhe, und sie wird bei einem Taifun zum Teil überschwemmt." Natürlich ist das Montagesystem entsprechend erhöht ausgelegt.

Außerdem hat J&V den Hafen von Su-ao in einen grünen Hafen verwandelt – mit der größten Dachanlage mit Dünnschichtmodulen von First Solar in Asien. Das Projekt hat eine Leistung von zwei Megawatt. Besonders stolz ist das Unternehmen darauf, dass es eine Dachanlage auf ein Kongressgebäude in Taipeh bauen durfte. Die Anlage mit 99 Kilowatt Leistung ragt als Sonnenschutz über dem kompletten Dach des Gebäudes hoch auf und spendet angenehmen Schatten bei 30 Grad und Sonnenschein. Die Abschattung wirkt sich auch auf das Gebäudeklima positiv aus. Ein Mitarbeiter von JNV Solar erklärt die Anlage (Foto unten) und wie das Monitoring funktioniert. PERC-Technologie und weitere Maßnahmen wie eine effiziente Kühlung sollen dem Gebäude Energieeinsparungen von 20 Prozent bringen.

 - Ein Mitarbeiter von JNV Solar erklärt, wie die Dachanlage auf dem Kongress in Taipeh funktioniert.
Ein Mitarbeiter von JNV Solar erklärt, wie die Dachanlage auf dem Kongress in Taipeh funktioniert.
Foto: weinhold

Nun hat das Unternehmen bei einer Ausschreibung den Zuschlag bekommen für den Bau einer Sechs-MW-Freiflächenanlage auf einer Deponie in Taichung. Das wird dann wiederum die größte Freiflächenanlage in Taiwan sein. Aber auch Eigenverbrauch wird inzwischen auf der Insel in der chinesischen See zum Thema. Die Netze seien schon sehr voll, sagt Kai Tan. "Da ist Eigenverbrauch eine gute Möglichkeit." Das Unternehmen hat für die Beimen Island Kirche eine Drei-kW-Anlage gespendet. Dort freut man sich über die kleine Stromrechnung.

 - 4,2-MW-Schwimmsolarpark in Kaohsiung.
4,2-MW-Schwimmsolarpark in Kaohsiung.
JNV

Sam Shih, COO und CFO von JNV Solar, erklärt das Geschäftsmodell der O&M-Tochter von J&V Energy. "Bei einem Regierungsziel von 20 Gigawatt werden O&M dringend benötigt." Mit intelligenter Überwachung minimiere sich das Risiko schmerzhafter finanzieller Konsequenzen. Außerdem gehe es auch um die Sicherheit der Mitarbeiter. JNV übernimmt Fehleranalysen, 24-Stunden-Überwachung, Reparaturarbeiten und vieles mehr. Unter anderem auch an einem schwimmenden Solarpark auf einem Binnenlandsee in Kaohsiung. Das Projekt hat 4,2 MW und ist vor drei Wochen ans Netz gegangen. Es gehört den staatlichen Energieversorger Taipower. O&M sei hier nicht viel anders als an Land, vieles werde ja ohnehin über die Fernüberwachung abgewickelt.

Die Mutter-Firma J&V Energy hat selbst gerade den Zuschlag für ein großen Projekt auf einem See bekommen: 30 Megawatt auf 70 Hektar sind in Planung.

(Nicole Weinhold)

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