11.11.2017
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Solardächer

Ukrainer steigen auf Erneuerbare um

Nach offiziellen Angaben der Staatlichen Agentur für Energieeffizienz und Energieeinsparung der Ukraine (Energieeffizienzagentur) sind seit Anfang 2017 über 1200 ukrainische Haushalte auf Solarenergie umgestiegen, was mehr als das 1,5-fache im Vergleich zu 2016 ist.

 - Die Ukrainer erwärmen sich für Erneuerbare.
Die Ukrainer erwärmen sich für Erneuerbare.
Grafik: GIZ

Nach Angaben der Energieeffizienzagentur gibt es im Moment in der Ukraine insgesamt 6,5 Mio. Privathaushalte, davon sind 2323 mit Photovoltaik (PV)-Anlagen ausgestattet. Die meisten Haushalte, die mit Solaranlagen ausgestattet sind, gibt es in der Stadt Kiew und im Gebiet Kiew, gefolgt vom Gebiet Dnipropetrowsk mit 236 Solar-Haushalten. Das Gebiet Ternopil belegt den dritten Platz mit 183 Solar-Haushalten. Im dritten Quartal 2017 ist die installierte Gesamtkapazität der PV-Anlagen der Privathaushalte um 49 Prozent gestiegen.

Eine solche Nachfrage der Bevölkerung nach Solarenergie lässt sich durch das im Jahr 2015 verabschiedete Gesetz der Ukraine Nr. 514-VIII „Über die Änderung von einigen Gesetzen der Ukraine zur Gewährleistung von wettbewerbsfähigen Bedingungen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien“ erklären, das eine günstige in Euro fixierte Einspeisevergütung vorsieht. Dies bedeutet, dass die Haushalte die Überschüsse des erzeugten Ökostroms ins Netz einspeisen sowie das in die Solarzellen investierte Geld schnell zurück erwirtschaften können.

Diejenigen Haushalte, die PV-Anlagen mit einer Leistung bis 30 kW im Jahre 2017 installieren lassen, können den Ökostrom zum Preis 16,37 Eurocent pro Kilowattstunde über einen Zeitraum bis 2030 verkaufen. Die Höhe des „Grünen“ Tarifs hängt von dem Datum der Inbetriebnahme des Objekts der Elektroenergieanlage ab, der die Elektrizität aus den alternativen Energiequellen produziert.

„Solaranlagen werden für durchschnittliche Menschen erschwinglich. Das ist ein Signal an die Investoren, weil sich dabei ein riesiger Markt von Solarzellen eröffnet, da es in der Ukraine 6,5 Mio. Privathaushalte gibt. Daher wird der Bau einer Produktionsanlage für Solarmodule profitabel sein und einen positiven Beitrag zur Wirtschaft des Landes leisten“, betonte Serhij Sawtschuk, Leiter der Energieeffizienzagentur.

Darüber berichtet die Energieeffizienzagentur auf ihrer Webseite. Weitere Infos liefert auch die GIZ.

Autor: Igor Dykunskyy, LL.M., DLF Rechtsanwälte Ukraine, igor.dykunskyy@DLF.ua , http://dlf.ua/de/kompetenzen/recht-der-erneuerbaren-energien/

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1 Kommentar zu "Ukrainer steigen auf Erneuerbare um "

  1. Alfred Körblein - 16.11.2017, 09:58 Uhr (Kommentar melden)

    Eine Einspeisevergütung mit 16 ct/kWh wird mit zunehmendem Anteil der PV zu einer milliardenschweren Last für den Haushalt bzw. die Strompreise werden und dazu führen, dass das PV-Programm rasch zum Erliegen kommt, wie das in Spanien, Tschechien, und auch in Deutschland der Fall war. Eine wesentlich effizientere Förderung stellt Net Metering dar. Dabei wird Solarstrom über einen Stromzähler ohne Rücklaufsperre ins Stromnetz eingespeist. Das wird in den USA, aber auch in vielen anderen Ländern weltweit praktiziert, und treibt dort das Wachstum der PV an. In Europa gibt es net metering z.B. in Griechenland, Polen, Litauen, Slowenien.

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