09.09.2014
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Braunkohle

Umweltschützer erstatten Strafanzeige gegen Braunkohleriesen

Die Umweltschutzorganisation BUND und Greenpeace haben Strafanzeige gegen den Braunkohlekonzern Vattenfall gestellt. Grund dafür ist die Gewässerverschmutzung der Spree und einiger Nebenflüsse rund um den Tagebau.

 - Acht Kilometer lange Menschenkette im deutsch-polnischen Grenzgebiet gegen geplante Braunkohle-Tagebaue auf beiden Seiten der Grenze. Die Aktivisten schlossen die Menschenkette auch über den Grenzfluss Neiße hinweg.
Acht Kilometer lange Menschenkette im deutsch-polnischen Grenzgebiet gegen geplante Braunkohle-Tagebaue auf beiden Seiten der Grenze. Die Aktivisten schlossen die Menschenkette auch über den Grenzfluss Neiße hinweg.
Foto: Gordon Welters/Greenpeace

Die Wasserreinhaltung in der Region ist schon länger ein Problem. Aufgrund vieler stillgelegter Tagebaue noch aus Zeiten der DDR verschmutzt Eisenocker das Grundwasser, nachdem es aus den Tagebauen zuerst in die Flüsse gelangt ist. Dadurch sind die Trinkwasserqualität in der Region und der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten in den Flüssen gefährdet. Als diese Tagebaue noch in Betrieb waren, wurde das dreckige Grundwasser abgepumpt. Dies erfolgt aber seit Stilllegung nicht mehr. Nun äußern die Umweltschutzorganisationen den Verdacht, dass aus dem aktiven Vattenfall-Tagebau Welzow-Süd genau solches verschmutzte Wasser in die Flüsse gelangt, da Eisen- und Sulfat-Werte in den Fließgewässern der Region weit über geltenden Grenzwerten liegen. Zu den genauen Hintergründen der Strafanzeige wollen sich die beiden Umweltverbände heute noch in einer Pressekonferenz äußern.

Streit läuft schon länger

Fakt ist, dass der Streit zwischen den beiden Parteien schon länger wütet. Bereits im August hat der BUND gegen eine Erweiterung des sächsischen Tagebaus Nochten geklagt, dem die Regionsverwaltung zuvor zugestimmt hat. Durch diese Erweiterung will Vattenfall bis 2020 300 Millionen Tonnen mehr Braunkohle abbauen und so auch das Kohlewerk in Boxberg bis 2045 weiter laufen lassen. Doch dem geplanten nächsten Abschnitt von Nochten müssten 1700 Menschen weichen und umsiedeln. Vertreter mehrerer Interessengruppen haben deshalb ebenfalls vergangenen Monat eine Mahnwache gehalten und gegen die Abbaggerung protestiert. Im Zuge dieser Proteste sind 2100 Unterschriften in der Region gesammelt worden und an das Innenministerium weitergereicht worden.
Nicht nur Umweltschützer lehnen sich gegen den Kohleriesen auf. Auch die Sorben, eine slawische Minderheit, welche in Teilen Brandenburgs und Sachsens lebt, protestieren gegen Vattenfall. In Brandenburg liegen einiger ihrer Siedlungsgebiete unmittelbar an der Spree, die sie durch das Brackwasser der Tagebaue bedroht sehen. Die Minderheit hat deshalb in der vergangenen Woche einen offenen Brief an die schwedische Regierung geschrieben, die über das schwedische Staatsunternehmen Vattenfall mitregiert. Auch bei dem Streit in Nochten haben sich die Sorben mit beteiligt.

(Helen Wolfgramm)

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1 Kommentar zu "Umweltschützer erstatten Strafanzeige gegen Braunkohleriesen "

  1. Günter - 16.08.2015, 15:16 Uhr (Kommentar melden)

    Wann endlich wird begriffen, daß es keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis gibt, der einen Zusammenhang von CO2 und Wettergeschehen nachweist. Sämtliche wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, daß ein Anstieg von CO2 höchstens eine Reaktion auf höhere Erwärmung sein kann. Jeder weiß das eigentlich schon von der Sprudelwasserflasche, aber es wird halt von den CO2 Klima Religionsfanatikern ignoriert. Aber wie kann es sein, daß Märchenerzählungen von Schellnhuber und vorbeten von Klimadogmen politisch gegen die Bevölkerung gerichtet werden in Form von Steuern und Ablaßhandel? Klima ist eine Bezeichnung für eine Statistik über Wettergeschehen in einer definierten Region über einen Zeitraum von 30 Jahren. Wie soll man eine solche Statistik schützen? Es ist ein Paradoxon für sich was sich da abspielt. Diesen sogenannten Umweltschützern gehört ein Kurs über Meteorologie und Physik verabreicht, damit die mal ansatzweise wissen von was sie reden.

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