10.11.2017
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Windenergietage

Warum scheitern Windenergieprojekte?

Die alten Zeiten sind vorbei! Es war vor allem diese Botschaft, die Rechtsanwalt Dr. Reinhard Nierer seinen Zuhörern nahe bringen wollte. „12 Gründe, warum Ihr Windparkprojekt scheitert“ lautete das wenig ermutigende Thema seines Vortrages bei den 26. Windenergietagen in Warnemünde. Die Lösung? Den Entwicklungsprozess von Windparkprojekten vom Kopf auf die Füße stellen.

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„Was machen Sie eigentlich alle hier?“ Schließlich, so meinte Rechtsanwalt Nierer, sehe es nicht gut aus für die Branche. Insgesamt 12 Hindernisse listete der Anwalt auf, die der Entwicklung von neuen Windparks entgegen stehen - eine Liste, die der eine oder andere Projektentwickler vielleicht sogar noch weiter anreichern könnte. Von fehlendem Netzausbau, Problemen mit dem Naturschutz und mangelhaftem Planungsrecht über Einspeisung ohne Vergütung bis hin zu Eingriffen der Behörden nach der Genehmigung reichte die Liste der Dinge, auf ein Planer unmittelbar nur wenig Einfluss hat.

Welche Hindernisse können selbst bewältigt werden?

Andere Dinge hingegen, und das könnte die gute Nachricht des in der Tendenz eher deprimierenden Vortrages sein, haben die Projektentwickler selbst in der Hand, wenn sie sich denn auf die veränderten Zeiten und die Ausschreibungen einstellen. Statt wie bisher vorzugehen und von der festen Vergütung ausgehend zu rechnen, was wie viel kosten dürfe, müssten die Projektentwickler nun ihre Grenzkosten ermitteln. Wie viel muss ich mindestens pro Kilowattstunde bekommen, damit sich mein Projekt rechnet? So lautet die neue Kernfrage. Und daher müssten, so Nierer, sämtliche Kosten des Projektes ermittelt sein, bevor es in die Ausschreibung gehe. Von Versicherungs- und Wartungsverträgen über die Kosten für Betriebsführung und Finanzierung - statt wie bisher solche Dinge erst nach der Genehmigung zu klären, müssten die Kostenpunkte bereits vorher feststehen. „Sie müssen vor einem Zuschlag in der Auktion wissen, was die Bank möchte“, nannte Nierer ein Beispiel.

Ein Hindernis wird zumindest in den kommenden beiden Ausschreibungsrunde 2018 keines mehr sein - der zur Regel gewordene Ausnahmefall Bürgerenergie, die noch im November ohne BImSch-Genehmigung an den Auktionen teilnehmen durften. Das wird Anfang kommenden Jahres für zwei Runden nicht möglich sein. Danach bleibt abzuwarten, ob sich von den 12 aufgelisteten Hindernissen zumindest eines von der Politik dauerhaft aus dem Weg geräumt wird. Die Liste wäre lang genug. (Katharina Wolf)

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