27.04.2015
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Ökostrom aus der Schleuse

Wasserstraßen werden Energiespeicher

Das Forschungsprojekts „Pumpspeicherkraftwerk im Elbe-Seitenkanal“ der Leuphana Universität Lüneburg zeigt, dass sich Schiffshebewerke und Schleusen als Energiespeicher eignen würden.

 - Schleuse Uelzen in Wrestedt, Unterwasser.
Schleuse Uelzen in Wrestedt, Unterwasser.
Foto: Frank Vincentz

Es gibt ja schon die Idee der Strom produzierenden Solarstraßen für den Autoverkehr. Jetzt soll auch die Binnenschiffe auf Strombahnen durchs Land schippern. Genauer gesagt, dort wo es möglich ist, sollen Wasserstraßen Strom produzieren. Schleusen und Schiffshebewerke wären mögliche Stromspeicher für die Zukunft. Das zeigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Pumpspeicherkraftwerk im Elbe-Seitenkanal“ der Leuphana Universität Lüneburg. Morgen stellen Wissenschaftler der Leuphana und Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamts Uelzen die Ergebnisse ihrer Forschungen auf diesem Gebiet vor.

Die Höhenunterschiede von Schleusen bilden die Basis des Projektes. Wenn sie sich nutzen ließen, würde sich eine bisher unbeachtete Speicherkapazität erschließen. Der Höhenunterschied beträgt zum Beispiel 23 Meter in Uelzen und 38 Meter in Lüneburg. Wenn Ökostrom produziert wird, die Netze aber nicht mehr aufnahmefähig sind, könnte der Elbe-Seitenkanal als Pumpspeicher-Kraftwerk genutzt werden: Wasser wird mithilfe des Ökostroms auf ein höheres Niveau gepumpt, kann bei Strombedarf durch Generatoren wieder zurückfließen und so den benötigten Strom wieder zur Verfügung stellen. Die Wissenschaftler halten die Idee für deutschlandweit interessant, Bundeswasserstraßen als großtechnische Energiespeicher zu nutzen und so die Energiewende über eine regionale Versorgung mit erneuerbaren Energien voranzutreiben. Ein positiver Aspekt ist dabei, dass bereits bestehende Infrastrukturen genutzt werden können.

Ergebnisse

Ergebnis des Forschungsprojektes: Bundeswasserstraßen können als Energiespeicher genutzt werden. Beim untersuchten Schiffshebewerk Scharnebeck Lüneburg und der Schleuse Uelzen konnte sowohl aus technischer, rechtlicher als auch ökonomischen Sicht eine Eignung als Energiespeicher attestiert werden.

Generell lasse sich aus den Ergebnissen eine Eignung von Wasserstraßen als Energiespeicher nur bedingt ableiten, so die Wissenschaftler. Technisch und rechtlich ist eine Nutzung von Schiffshebewerken als Speicher wohl in den meisten Fällen möglich. Inwiefern die ökonomische Rahmenbedingungen gegeben sind, hängt von verschiedenen Parametern ab, die im Einzelfall geprüft werden müssen.

Stadtwerke eingezogen

Das Forschungsprojekt „Pumpspeicherkraftwerk im Elbe-Seitenkanal“ wurde im Projekt „Energion – Erneuerbare Energien der Region Nord “ innerhalb des Innovations-Inkubators der Leuphana Universität Lüneburg entwickelt und realisiert. Energion, die Kurzform für "Erneuerbare Energien in der Region Nord", geht seit Februar 2012 der Frage nach, wie sich regionaler Strom aus erneuerbaren Energien besser in der Region speichern und verteilen lässt.

Energion kooperiert mit sehr vielen kleinen und mittleren Stadtwerken. Die Wissenschaftler untersuchen anwendungsnah technische, rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragen. Sie legen den Schwerpunkt zudem auf Geschäftsansätze und Marktszenarien sowie dezentrale Speicherlösungen in der Region.

(Nicole Weinhold)

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