04.06.2018
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Labor auf dem Dach

Welcher Untergrund bringt den besten Ertrag für Solar?

Die Firma Neo Solar Power testet, welche Flächen unter der Solaranlage für ihre bifacialen Solarzellen, die das einfallende Sonnenlicht von zwei Seiten ausnutzen, den besten Ertrag versprechen. Gras? Beton? Wasser? Und wie groß sind die Unterschiede?

 - Zwei der Teststationen auf dem Dach von Neo Solar: Die Solaranlage mit Rasen darunter und die mit Wasser. Untersucht wird, wie die Reflexion des Bodens ist.
Zwei der Teststationen auf dem Dach von Neo Solar: Die Solaranlage mit Rasen darunter und die mit Wasser. Untersucht wird, wie die Reflexion des Bodens ist.
Foto: Nicole Weinhold

Taiwans Chicago heißt Hsinchu. Hsinchu wird oftmals die „windige Stadt“ genannt wegen ihres starken Windes aus der Taiwanstraße, wie Chicago als Windy City der amerikaner bekannt ist. Auf dem Weg zur windigen Stadt tauchen entsprechend immer wieder Windturbinen auf - oft nahe an der Küste. Windkraft spielt in der Stadt mit ihren 430.000 Einwohner jedoch wirtschaftlich eine untergeordnete Rolle. Hsinchu ist vor allem durch die hohe Konzentration von Halbleiterherstellern bekannt geworden. Hier hat auch die Firma Neo Solar Power einen Produktionsstandort.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Taipeh ist einer der weltweit größten Hersteller von Solarzellen. Es wurde im Jahre 2005 gegründet. In Taiwan hat es drei Fabriken, neben Hsinchu, in Tainan und in Zhunan (Landkreis Miaoli), eine vierte Fabrik wurde in der Volksrepublik China in Wujiang (Provinz Jiangsu) errichtet. 2013 verschmolz Neo Solar Power mit Delsolar und wurde damit – gemessen an der Kapazität – zum größten Solarzellenhersteller in Taiwan.

In Hsinchu angekommen geht es aufs Dach des Solarunternehmens. Die Hitze dort haut selbst die Taiwaner um, alle drücken sich im Schatten. Aber gleichzeitig gibt es hier auch wirklich was zu sehen, nicht nur den Ausblick über die Stadt. Denn auf dem Dach selbst hat Neo Solar eine Testreihe aufgebaut: Die neue bifaciale Solarzelle BiFi wird hier getestet.

Zum Verständnis: Bifacial-Zellen können zum einen das direkt von der Sonne einfallende Licht an der Vorderseite der Solaranlage einfangen, zum anderen jedoch auch den indirekten Lichteinfall nutzen, der durch Reflexion des Sonnenlichtes von den hinter der Anlage befindlichen Dachziegeln oder Häuserwenden verwerten. Hierdurch kann ein höherer Wirkungsgrad der Solarzellen erzielt werden, dieser liegt bei den Zellen auf der Vorderseite sowie Rückseite jeweils bei rund 20 Prozent.

Getestet wird auf dem Dach in Hsinchu nun für ein Jahr, welcher Untergrund die beste Reflexion gewährleistet. Da gibt es eine Solaranlage, unter der ein Wasserbecken errichtet wurde, unter einer anderen Anlage wächst Gras, das so gemütlich aussieht, dass man sich dort im Schatte für ein Nickerchen ausstrecken möchte. Dann gibt es noch glatten, schlichten Beton und eine weitere Anlage mit weiß gestrichenem Beton. Noch laufen die Untersuchungen, das Testergebnis steht noch nicht fest, aber uns wird bereits verraten, dass wohl der glatte, weiße Beton die beste Reflexion garantiert. Auswirkungen hat aber auch Wasser unter eine Solaranlage - allerdings muss sie dafür nicht bifacial sein. Denn wenn das Gewässer tief genug ist, hat es eine kühlende Wirkung auf die Solaranlage, was wiederum deren Leistungsfähigkeit positiv beeinflusst.

Neo Solar Power wird auch auf der Intersolar Europe in München ausstellen. (Nicole Weinhold)

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