15.05.2018
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Alpha Ventus

Zerstörte Gondel wird ausgetauscht

Nachdem Anfang April im Offshore-Windpark Alpha Ventus große Teile einer Gondel ins Meer gestürzt waren, will der Betreiber nun ein neues Maschinenhaus auf der Adwen-Anlage vom Typ AD 5-116 installieren. Die Reste der alten Gondel werden an Land untersucht, um die Ursache des kapitalen Schadens zu klären. Bekannt ist bislang, dass die Haltebolzen des Gondelträgers gebrochen oder gerissen sind – nicht aber, warum dies geschah.

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Foto: Alpha Ventus

Derzeit erfolge bereits die Auswertung der Daten des Condition Monitoring Systemes, doch noch sei die Ursache der Havarie am 6. April nicht vollständig geklärt, teilte die EWE mit. Der Oldenburger Energieversorger hält die Mehrheit an der Betreibergesellschaft „Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co. KG“ (DOTI). Große Teile des Gondelgehäuses (Dach, Seiten und Boden) waren in die Nordsee gestürzt. Die übrigen fünf Windenergieanlagen des Herstellers Adwen befinden sich seither vorsichtshalber im Standby-Betrieb und sind für Wartungsarbeiten gesperrt.

Um den Austausch der beschädigten Gondel vorzubereiten, sollen in Kürze die Arbeiten im Windpark beginnen: Zunächst wird mit Hilfe eines Service-Operation-Vessel (SOV), das über eine für Offshore-Einsätze konzipierte hydraulische Gangway verfügt, der Zugang zur Anlage hergestellt. Industriekletterer werden die technsichen Komponenten sichern oder entfernen, die sich außerhalb von Maschinenträgers und Triebstranggehäuse befinden. Im Anschluss werden die versunkenen Teile des Gondelgehäuses vom Meeresgrund geborgen sowie die elektrischen Versorgung der Windenergieanlage wiederhergestellt. Im nächsten Schritt werden Gondel und Rotorstern in eine Position gedreht, die die Demontage des Rotorsterns und den Austausch der Gondel erlauben.

Sichtprüfungen an anderen Anlagen haben begonnen

Die beschädigte Gondel wird nach Ausführung des Tauschs beim Hersteller Adwen in Bremerhaven im Detail untersucht, um Rückschlüsse auf die genaue Schadensursache zu erhalten. Die Sichtprüfungen der anderen fünf Anlagen haben in der vergangenen Woche begonnen – wann genau sie wieder die Stromproduktion aufnehmen können, ist derzeit laut EWE noch offen.

Alpha Ventus ist als erster deutscher Offshore-Windpark 2010 als Testfeld ans Netz gegangen. Dort stehen insgesamt zwölf Windenergieanlagen der 5-Megawatt-Klasse: Sechs Anlagen des Typs Adwen AD 5-116 sowie sechs Anlagen Senvion 5M. Die DOTI-Gesellschafter EWE, E.ON und Vattenfall betreiben oder planen in der Nordsee die Projekte Riffgat und Borkum II (EWE), Amrumbank West und Arkona (E.ON), DanTysk und Sandbank (Vattenfall). (Katharina Wolf)

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4 Kommentare zu "Zerstörte Gondel wird ausgetauscht "

  1. TJ - 17.05.2018, 15:13 Uhr (Kommentar melden)

    Sicher weniger, als von der Schifffahrt jeden Tag schwarz ins Meer gespült wird.

  2. Katharina Wolf - 17.05.2018, 14:57 Uhr (Kommentar melden)

    Lieber Herr oder liebe Frau Wagner,
    der Betreiber schreibt in seiner Presseinformation: "... eine Gefährdung der Meeresumwelt war wegen der nur geringen Mengen an Betriebsmitteln im Gondelgehäuse nicht gegeben."
    Viele Grüße Katharina Wolf

  3. TJ - 17.05.2018, 14:55 Uhr (Kommentar melden)

    Sicher weniger, als von der Schifffahrt jeden Tag schwarz ins Meer gespült wird.

  4. Wagner - 15.05.2018, 11:19 Uhr (Kommentar melden)

    Wieviel Maschinenöl oder andere umweltschädliche Stoffe sind bei dieser Havarie eigentlich ins Meer gelangt?

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