10.10.2017
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Klimaschutz

Zwischen CO2-Preis und Geoengineering

Während auf einer internationalen Konferenz über einen Eingriff ins Klimasystem, das so genannte Geoengeneering, diskutiert wird, verbünden sich an anderer Stelle vertreter verschiedener Parteien, um CO2 einen Preis zu geben.

 - Deutschland ist von seinen Klimazielen weit entfernt.
Deutschland ist von seinen Klimazielen weit entfernt.
Grafik: BEE

Gerade hat Mark Lawrence, wissenschaftlicher Direktor am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), in Berlin die Climate Engineering Conference (CEC17) eröffnet. Die internationale Konferenz befasst sich mit Maßnahmen für mögliche Eingriffe ins Klimasystem, ihren Potenzialen und Risiken. Vier Tage lang diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft intensiv über Erforschung, Risiken und Regulierung von Geoengineering.

In weiteren über 30 Veranstaltungen geht es derzeit auf der Konferenz um Maßnahmen aus den Bereichen Kohlendioxidentfernung (CDR, Carbon Dioxide Removal) und Reflektion des Sonnenlichts (SRM, Solar Radiation Management). SRM zielt darauf ab, die Reflexion von Sonnenlicht zu erhöhen, um so einem globalen Temperaturanstieg entgegenzuwirken. Die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre kann damit nicht beeinflusst werden. Es wird aber vermutet, dass diese Methoden im Falle einer drohenden Klimakatastrophe relativ rasch einen kühlenden Effekt bringen würden. Insbesondere Aerosolausbringungsmethoden bergen gleichzeitig große Risiken wie eine Schädigung der Ozonschicht oder negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren. CDR setzt an der Hauptursache des Klimawandels an. Aber der gewünschte Effekt in der Atmosphäre lässt Jahre auf sich warten. Carbon Dioxide Removal umfasst direkte CO2-Beeinflussungsmethoden wie Luftfilterung, CCS und indirekte Methoden wie Düngung der Meere mit Eisen oder Phosphor. Mehr zu der Konferenz hier.

Fest steht, dass der ungebremste CO2-Ausstoß unser Weltklima ins Wanken bringt. Das wird auch in Europa immer deutlicher spürbar. Eine deutliche Bepreisung von CO2 könnte für eine Reduzierung des Ausstoßes sorgen. Allerdings fehlt es schon seit Jahren dem Europäischen Emissionshandel an Wirkungskraft, da die Preise viel zu niedrig sind. Der Verein für eine nationale CO2-Abgabe hat nun Politiker aller Parteien einer möglichen Jamaika-Koalition als Mitstreiter gewonnen. Die Bundestagsabgeordneten
Kerstin Andreae, MdB, Bündnis 90 / Die Grünen, Christoph Hoffmann, MdB (ab 24.10.2017), FDP, Armin Schuster, MdB, CDU wollen sich gemeinsam für eine Öffnungsklausel im anstehenden Koalitionsvertrag zu wirksameren ökonomischen Instrumenten der CO2-Bepreisung einsetzen, die über den Europäischen Emissionshandel in seiner jetzigen Form hinaus gehen. Mit ihrer Mitgliedschaft wollen sie das politische Signal aussenden, dass Klimaschutz zu den zentralen Themen der kommenden Legislaturperiode gehören muss.

Beim derzeitigen Niveau der Emissionen an Treibhausgasen (40 Gigatonnen pro Jahr) verbleiben weniger als 19 Jahre, um die Erder­wärmung im globalen Mittel auf deutlich unter 2 Grad Celsius (möglichst 1,5°C) im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Nur drei Jahre bleiben, um den Pfad dort hin noch realistisch einschlagen zu können. Das Handeln in Politik und Gesellschaft bleibt aber bisher weit hinter dem Wissen und der Vereinbarung von Paris zurück. Mit einem CO2 Preis ließe sich auch eine Neuausrichtung und Vereinfachung der Energiewendefinanzierung ermöglichen. Am Freitag, 27. Oktober, wird ab 19 Uhr zu dem Thema in Berlin diskutiert. Weitere Infos hier.

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