07.06.2017
Schriftgröße
5 Bewertung(en) Rating
Status Report 2017

Erneuerbare Energien weltweit: immer mehr, immer billiger

REN21, das europäische Netzwerk für erneuerbare Energien, hat in seinem jährlichen Bericht zum Status der erneuerbaren Energien weltweit festgestellt, dass 2016 zusätzlich 161 Gigawatt Regenerativleistung ans Netz gingen. Gleichzeitig sinken die Kosten für saubere Energien.

 - Weltweite Regenerativleistung, aufgeteilt nach BRICS, EU und den sechs größten Märkten.
Weltweite Regenerativleistung, aufgeteilt nach BRICS, EU und den sechs größten Märkten.
Grafik: REN21

Laut Global Status Report erhöhte sich 2016 mit 161 Gigawatt (GW) neu installierter Regenerativkapazität die Gesamtkapazität gegenüber 2015 um satte neun Prozent neu auf 2.017 GW. Anteilsmäßig lang nicht die Windkraft vorn, sondern die Sonne. Rund 47 Prozent der Neukapazität entfiel auf Photovoltaik, Windkraft kam auf 34 Prozent und Wasserkraft auf 15,5 Prozent.

Auffällig ist die zunehmende finanzielle Wettbewerbsfähigkeit, die wesentlicher Motor für den weltweiten Siegeszug der Erneuerbaren ist. In Dänemark, Ägypten, Indien, Mexiko, Peru und den Vereinten Arabischen Emiraten wurden kürzlich Verträge für erneuerbaren Strom zum Preis von fünf Dollarcent pro Kilowattstunde oder weniger abgeschlossen. Laut REN21 liegt dieser Preis "weiter unter den äquivalenten Kosten für fossile oder nukleare Erzeugungskapazitäten in den jeweiligen Ländern". In dem Zusammenhang wird darauf verwiesen, dass in Deutschland grade bei zwei Offshore-Ausschreibungen Unternehmen für Angebote den Zuschlag erhielten, die ohne Regierungssubvention auskommen wollen.

 - Regenerativanteil des Gesamtenergieverbrauchs 2015.
Regenerativanteil des Gesamtenergieverbrauchs 2015.
Quelle: REN21

Der Report zeigt laut REN21 zudem auf, dass eine zunehmende Anzahl an Ländern zu Spitzenzeiten Netze mit nahezu oder mehr als 100 Prozent erneuerbarem Strom erfolgreich managt. "2016 glichen Dänemark und Deutschland zum Beispiel erfolgreich Erzeugungsspitzen für erneuerbaren Strom von respektiven 140 Prozent und 86,3 Prozent aus", so das Ergebnis.

Weitere Erkenntnisse:

- Das dritte Jahr infolge blieben globale energiebedingte CO2 Emissionen, verursacht durch fossile Brennstoffe und die Industrie, stabil, trotz eines globalen Wirtschaftswachstums von drei Prozent und zunehmender Energienachfrage.

- 2016 wurden rund 0,8 GW an neuen Speicherkapazitäten in Betrieb genommen. Somit betrug die Gesamtkapazität am Ende des Jahres rund 6,4 GW.

- Der Markt für Mini-Grids und netzferne Systeme wuchs und Pay-As-You-Go (PAYG) Geschäftsmodelle, mit Mobiltelefonkomponenten, explodieren. 2012 betrugen Investitionen in PAYG Solarfirmen nur USD 3 Millionen. Zwischen 2012 und 2016 stiegen Investitionen auf USD 223 Million.

Nur schreitet die Energiewende nicht schnell genug voran, um die Ziele des Weltklimaabkommens von Paris zu erreichen. Investitionen in erneuerbare Energietechnologien sanken um rund 23 Prozent gegenüber 2015. In Entwicklungs- und Schwellenländern - wozu auch China zählt - fielen Investitionen um 30 Prozent, auf 116,6 Milliarden US-Dollar, während Investitionen in Industrieländern um 14 Prozent auf 125 Milliarden sanken. Investitionen konzentrierten sich stark auf die Wind- und Photovoltaikbranche.

Auch das Problem der Subventionen für fossile Energieträger besteht weiterhin. Ende 2016 hatten sich mehr als 50 Ländern verpflichtet, Subventionen für fossile Energieträger abzubauen. Nur einige Reformen sind laut REN21 im Gang. 2014 waren Subventionen für fossile Energieträger viermal so hoch wie jene für erneuerbare Energien. Christine Lins, Exekutivsekretärin von REN21, erklärte: „Die Welt ist in einem Rennen gegen die Zeit. Der Kohleausstieg und die Beschleunigung der Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbare Technologien sind die wichtigsten Maßnahmen für eine schnelle und kosteneffiziente Reduzierung der CO2 Emissionen." China sei ein gutes Beispiel: Das Land kündigte im Januar an, dass es mehr als 100 Kohlekraftwerken, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, nicht bauen werde. Dies zeige: Wenn Regierungen handeln und klare, langfristige politische sowie finanzielle Signale und Anreize setzen, könne sich vieles schnell verändern.

(Nicole Weinhold)

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?
  • Artikel
  • kommentieren
  • |
  • drucken

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (neu laden)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.