23.01.2011
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Sonnenstrom

Preise runter, Wertschöpfung rauf

2010 sind die Preise für Photovoltaik gesunken wie nie zuvor innerhalb eines Jahres. Zugleich profitieren immer mehr Menschen in Deutschland von der solaren Energiewende.

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Foto: Technikzentrum Lübeck

Nach Berechnungen des Photovoltaikzentrums im bayerischen Triefenstein sind die Preise für Photovoltaik im vergangenen Jahr um mehr als zwanzig Prozent gesunken. Der Preis für eine schlüsselfertige Solarstromanlage betrug durchschnittlich 2.740 Euro netto je neu installiertem Kilowatt Nennleistung. 2009 waren es noch 3.450 Euro gewesen, 2008 rund 4.300 Euro. 2006 kostet Photovoltaik auf dem deutschen Markt noch mehr als 5.000 Euro je Kilowatt. So dreht sich die Preisspirale immer schneller nach unten. Auch 2011 könnten die Systempreise um bis zu zwanzig Prozent sinken. „Die ersten Hersteller kommen schon jetzt auf uns zu und signalisieren Gesprächsbereitschaft, mit den Preisen runterzugehen“, bestätigt Georg Stiens von Stiens Solartechnik in Kaufungen bei Kassel, einem großen Installationsbetrieb in Hessen. Das erste Quartal läuft schleppend an. Es wird erwartet, dass das Geschäft mit Photovoltaik ab März wieder richtig in Gang kommt.

Kampfpreise aus China

Vor allem Solarmodule aus China werden derzeit mit Kampfpreisen auf den deutschen Markt geworfen, mit Modulkosten von 1,40 Euro je Watt (Polysilizium). Zwar bilden sie nur einen Teil der Systemkosten, zeigen aber die Tendenz. „Deutschland ist in jedem Fall der Gewinner, auch wenn die Module in Fernost produziert werden“, sagt Volker Quaschning, Solarprofessor von der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft. „Auch wenn die Fabriken in China stehen, verdienen deutsche Maschinenhersteller an der Ausrüstung, die sie nach Asien liefern. Auch die Hersteller von Wechselrichtern und Montagetechnik in Deutschland profitieren, nicht zuletzt die Installateure.“ Quaschning hat ausgerechnet, dass bei der Installation von chinesischen Solarmodulen mehr als die Hälfte der Wertschöpfung in Deutschland erzeugt wird. Kommt das Modul aus Deutschland, steht die gesamte Wertschöpfungskette in unserem Land. „Beim VW Golf sind es fünfzig Prozent, beim VW Polo nur 35 Prozent“, nannte er Vergleichszahlen aus der Automobilindustrie. Der Bundesverband der Solarwirtschaft hat unterdessen errechnet, dass mittlerweile 150.000 Menschen in der deutschen Solarbranche – in der Industrie und im Handwerk – tätig sind. Zum Vergleich: Volkswagen hat in Deutschland rund 180.000 Mitarbeiter, RWE rund 71.000. (Heiko Schwarzburger)

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1 Kommentar zu "Preise runter, Wertschöpfung rauf "

  1. Frank Berganski - 24.01.2011, 14:55 Uhr (Kommentar melden)

    Und bei weiteren 20% Preisverfall werden auch dies 150.000 Mitarbeiter bei der AGAS Wohngeldzuschuß und Kindergeldzuschlag beantragen. Den seltsamerweise rechnet niemand wie rentabel ein Auto oder ein Mountainbike ist, bei einer PV-Anlage die sich mit den Stromkosten für die nächsten 15 Jahre gegenrechnen lässt ist die Rentabilität jedoch nicht gegeben. Ich wünsche allen weitzerhin viele zu heiße und zu trockene Sommer sowie viele Hochwasser reiche Winter. Hauptsache der DAX steigt.

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