02.02.2017
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ERNEUERBARE ENERGIEN 1/2017

CO2 sparen beim Essen: Blick über den Tellerrand

Unsere Essgewohnheiten rücken beim Thema Klimaschutz zusehends ins Visier. Aber CO2-sparende Ernährung will gelernt sein. Dieser Artikel ist eine Kostprobe aus unserem Print-Magazin.

 - In Deutschlands ältestem Vegetarier-Restaurant - das Hillers in Hannover - schmeckt es auch ohne Fleisch.
In Deutschlands ältestem Vegetarier-Restaurant - das Hillers in Hannover - schmeckt es auch ohne Fleisch.
Foto: Hannah Keyser

Trägt ein Stück Rindfleisch auf dem Grill zum Klimawandel bei? Um diese Frage zu klären, treffen wir die Physikerin und Journalistin Julia Förster, die sich seit fast 30 Jahren vegetarisch ernährt und mit Klimafragen beschäftigt, in Deutschlands ältestem vegetarischen, mittlerweile veganen Restaurant.
Teller klappern hier und da. Es ist Mittagszeit im Restaurant Hiller in Hannover. Saftige Auberginen, Kichererbsen und Möhren mit Schnittlauch verbinden sich mit Paprika und cremiger Knoblauchsoße zu einem runden Geschmackserlebnis. Julia Förster schützt mit ihrer Ernährungsweise ebenso das Klima wie andere Menschen durch die Wahl des Fahrrads im Verkehr. „Mindestens 18 Prozent der menschenverursachten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Tierhaltung – das sind mehr, als der gesamte weltweite Verkehrssektor verursacht“, erklärt Förster.

Laut einer Studie des World Wide Fund For Nature (WWF) verursachen tierische Produkte fast 70, pflanzliche dagegen ungefähr 30 Prozent der durch Ernährung verursachten Treibhausgase. Jeder Deutsche könnte durch einen reduzierten Fleischkonsum laut WWF jährlich bis zu 800 Kilo Kohlendioxid-Äquivalente (CO2) vermeiden, etwa 7 Prozent der durch den Einzelnen verursachten Gesamt­emissionen. Die niedrigen Emissionen der veganen Ernährung bedeuten im Hiller keinen Mangel. Julia Förster steckt sich eine Gabel mit Bratkartoffeln in den Mund und erklärt: „Nicht nur der Fleisch- und Futtermitteltransport oder die Methanproduktion der Rinder, sondern auch die riesigen Flächen für Tierhaltung und Futtermittelanbau, für die häufig Wälder gerodet werden, machen Tierprodukte so klimaschädlich. Für die Produktion von Viehfutter wird rund ein Drittel der weltweiten Anbauflächen genutzt.“ Immer mehr gerodete Regenwaldflächen sind beispielsweise dem Sojaanbau geschuldet, von dem laut aktuellem Bodenatlas weltweit über 90 Prozent der Massentierhaltung dient.

Die Erzeugung von einem Kilogramm (kg) Rindfleisch setzt 20,65 kg CO2-Äquivalente frei. Zum Vergleich: Die Kartoffeln auf Försters Teller sorgen pro Kilo für 0,62 kg CO2-Äquivalente. Ein erheblicher Anteil besteht beim Rind aus dem im Magen des Wiederkäuers entstehenden Methan, das mit der 25-fachen Menge an CO2-Äquivalenten umgerechnet wird....

Dies ist der erste Teil eines Artikels von Hannah Keyser aus unserem gerade erschienenen Heft 1/2017.    Holen Sie sich jetzt das E-Magazin und lesen Sie die ganze Geschichte.

Lesen Sie auch unserem Kommentar zum Thema.

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