Doch die Regierung setzt künftig auf Kernkraft und Offshorewind.
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Windenergie

Deutsche Projektentwickler in Polen erfolgreich

PNE, WPD und Innogy gewinnen Zuschläge für mehr als 360 MW Wind an Land. In Zukunft aber setzt das Land auf Kernkraft und Offshore-Wind.

Katharina Wolf

Bei der ersten großen Ausschreibung für Windenergie an Land in Polen waren auch deutsche Projektentwickler erfolgreich. So sicherte sich die Cuhavener PNE Gruppe Zuschläge über zwei Projekte mit insgesamt 174 Megawatt (MW) Leistung, der Bremer Projektwickler WPD kann vier Projekte mit insgesamt 102,5 MW bauen und der Essener Energieversorger Innogy erhielt zwei Zuschläge über insgesamt 82,5 MW.

Laut polnischer Energiebehörde erhielten insgesamt 23 Bieter einen Zuschlag für 31 Projekte mit einer Gesamtleistung von rund einem Gigawatt (GW). Die Preisspanne lag zwischen 157,80 Złoty/MWh (36,78 Euro) und 216,99 Złoty/MWh (50,58 Euro).

Windmarkt scheint wieder in Bewegung zu kommen

Damit scheint der Windmarkt in Polen wieder in Bewegung zu kommen. Bis zur Regierungsübernahme der PiS-Partei (Recht und Gerechtigkeit / prawo i sprawiedliwosc) 2015 waren fast sechs Gigawatt Windleistung errichtet worden. Doch die neue Regierung setzte zunächst auf die traditionellen Energieerzeugung.

„Nach dem Ende des Grüne Zertifikate-Systems in Polen im Jahr 2015 mussten wir drei Jahre auf die angekündigte große Auktion für Erneuerbare Energien warten“, sagt Hartmut Brösamle, Vorstand der WPD AG. Sein Unternehmen hat die vier siegreichen Projekte bereits baureif entwickelt.

Auch PNE stand mit seinen vom Tochterunternehmen WKN-Projekten bereits in den Startlöchern. Sie sollen bis 2020 errichtet und in Betrieb genommen werden. Weitere Parks in Polen seien in der Planung.

Niedrige Preise - doch trotzdem droht das Aus

Giles Dickson, CEO von Wind Europe, beurteilt die erzielten Preise als „äußerst wettbewerbsfähig“. Sie seien niedriger in den letzten Auktionen in Deutschland und Frankreich. Daher habe die polnische Regierung nur 55 Prozent des für die Auktion vorgesehenen Budgets verwendet. „Das bedeutet, dass fast zwei Milliarden Euro für eine zusätzliche Kapazität von 850 MW bereitgestellt werden könnten“, so Dickson.

Doch ob es soweit kommt, ist unklar. Denn die am 26. November von der polnischen Regierung vorgestellte Energiestrategie bis 2040 sieht laut Wind Europe für Onshore-Windenergie nur wenig Raum vor. Zwar wolle Polen seine Erzeugungskapazitäten von 40 GW auf 73 GW ausbauen und dabei den Anteil der Kohle von 80 Prozent auf 60 Prozent senken. Dafür wolle die Regierung bis 2043 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von 6 bis 9 GW und bis 2040 Offshore-Windparks mit einer Leistung von10 GW errichten. Für Onshore-Wind gebe es keine Pläne, die über die im aktuellen Auktionsprozess vorgesehenen Mengen hinausgeht.

„Dies ist wirklich sehr enttäuschend für Onshore-Wind. Und wirtschaftlich ergibt es keinen Sinn“, kommentiert Giles Dickson. Trotz der niedrigen Preise in der Auktion werde die preisgünstigste Energieform nicht weiter ausgebaut. Zudem sende Polen eine Woche vor der Klimakonferenz in Kattowtz (Katowice) ein falsches Signal.

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