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Batteriemarkt

Deutscher Markt für neue Batterien brummt

Der deutsche Markt für Lithium-Ionen-Speicher hat sich seit 2013 verachtfacht. Die Chancen für weitere Batterie-Produktionsstätten stehen gut.

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Nicole Weinhold

Auch wenn dazu wenig aus Regierungskreisen zu vernehmen ist: Die Energiewende bietet Deutschland die Chance für eine Stärkung des Industriestandortes. Ein Beispiel dafür sind Batterien. Speicher spielen wegen des wachsenden Anteils volatiler erneuerbarer Energien im System eine immer wichtigere Rolle. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hat gerade die deutschen Batteriemarktzahlen für 2019 vorgestellt. Eine erfreuliche Bilanz in schwierigen Zeiten: „Der deutsche Batteriemarkt hat 2019 insgesamt weiter deutlich zugelegt. Die Volumina der Märkte zeigen, welch hohe Bedeutung die verschiedenen Batteriesysteme für viele Anwendungen haben“, sagte Christian Eckert, Fachverbandsgeschäftsführer Batterien.

Die Zahl der Anwendungen wachse täglich, so Eckert. Batterien werden nicht nur nach wie vor als Blei-Variante zum Starten von Fahrzeuge benötigt. Kleine Ausführungen finden sich in Hörgeräten, Lithium-Ionen-Batterien werden in Autos verbaut. Und auch E-Bikes brauchen Strom. Um 21 Prozent ist der Markt für Lithium-Ionen-Speicher 2019 gegenüber 2018 gewachsen, im Vergleich zu 2013 hat er sich verachtfacht.

Rückgang bei Bleibatterien

Der gesamte deutsche Batteriemarkt kam 2019 auf 4,2 Milliarden Euro, Bleibatterien machten dabei 1,6 Mrd. Euro aus, Lithium-Ionen kamen auf 400 Millionen, andere Anwendungen wie Nickel-Cadmium machten 1,1 Mrd. Euro aus. Noch ist der Bleianteil hoch, doch die Verteilung im Vergleich zu Lithium-Ionen ändert sich. Der Markt für Bleibatterien rutschte aufgrund der Schwäche des Automobilsektors auf das Niveau von 2013 ab. Gleichwohl betonte Christian Eckert, dass des bei Bleibatterien eine Recycling-Quote von bis zu 90 Prozent gebe und dass auch in den nächsten zehn Jahren wohl Starterbatterien aus Blei sein würden. Neue Richtlinien für Batterien seien in Arbeit, ebenso Anpassungen im Batteriegesetz. Ziel sei es, die Ströme besser verfolgen zu können und die Nachhaltigkeit zum Beispiel auch bei der Gewinnung von Lithium durch Standards zu fördern.

Die Branche beschäftigt derzeit 9.532 Menschen. Christian Rosenkranz, Geschäftsführer Clarios EMEA und Vorstandsvorsitzender ZVEI-Fachverband Batterien, sieht gute Chancen, dass sich in den nächsten Jahren neue Produktionsstätten für Batterien in Deutschland ansiedeln könnten. Er verwies beispielhaft auf den wachsenden Bedarf an Batterien für E-Bikes. Nicht zuletzt werden die Pläne für eine Tesla Gigafactory in Berlin-Brandenburg mit Spannung beobachtet. Die geplante Großfabrik des E-Automobilherstellers Tesla im märkischen Grünheide befindet sich im Bau. Im Jahr 2021 soll die Produktion mit dem Tesla Model Y aufgenommen werden. Anderes Beispiel: Nach Inbetriebnahme des zweiten Batterie-Werks der Daimler-Tochter Accumotive im sächsischen Kamenz im Jahr 2018 steigert die Mercedes-Benz Tochter ihre Produktionskapazitäten. Seit Produktionsstart der Accumotive wurden am Standort Kamenz weit mehr als eine halbe Millionen Batterien auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie für Elektro-, Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sowie für 48-Volt-Systeme produziert.