Eine gespaltene Welt offenbart der aktuelle Windenergy-Trendindex: Während Asien optimistisch in die Zukunft blickt, kämpft die deutsche Windbranche mit wachsenden Hürden - was auch die Finanzierungvon Projekten erschwert.
Speicherfinanzierung
Die Kreditvergabe für Wind- und Solarprojekte hat sich gleichwohl in den vergangenen Jahren stark professionalisiert. Banken haben ihre Strukturen so angepasst, dass Finanzierungszusagen trotz wachsender Aufwände relativ zügig erfolgen. Ganz anders sieht es allerdings bei Batteriespeichern aus. Hier befinden sich Banken noch in einer Lernphase. Speicher gelten als Schlüsselkomponente für die Energiewende, doch ihre Finanzierung ist anspruchsvoll – auch weil Speichererträge stark von Marktentwicklungen, Arbitrage-Spreads und regulatorischen Veränderungen abhängen. | 16
Die Energiewende stellt besonders Kommunen vor enorme finanzielle Herausforderungen. In den kommenden zwei Jahrzehnten müssen Milliardenbeträge in Strom- und Gasnetze, Wasser- und Abwassersysteme sowie in den Ausbau erneuerbarer Energien fließen. Klassische Kredite reichen nicht mehr aus. Welche anderen Instrumente bieten sich an? | 19
Energieversorger setzen häufig auf Generalunternehmer, die das komplette Projekt von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe übernehmen. Die dabei entstehenden Risiken für alle Beteiligten führen manch ein Unternehmen an den Rand der Insolvenz. Lesen Sie in dieser Ausgabe, warum Vertragsnachverhandlungen helfen können, das Risiko finanzieller Krisen zu überwinden. | 20
Eine ganz andere Quelle für Risiken ergibt sich aus der Gefahr von Cyberangriffen. Warum Unternehmen ihre Daten nicht nur für die digitale Steuerung sichern, sondern auch KI-ready abspeichern sollten, erklären die von uns befragten Digitalisierungsexperten. | 24
Eine besondere PV-Technologie erfreut sich derzeit wachsender Beliebtheit. In Tromsø im arktischen Norden Norwegens liefern 6.400 vertikal montierte Solarmodule Strom für ein Kühlterminal. Die vertikale Installation hat im Norden klare Vorteile: Die Sonne steht über lange Zeiträume sehr tief, Schnee bleibt nicht liegen. Im Sommer starten die Module früher am Morgen und liefern abends noch Energie, wenn flacher aufgeständerte Anlagen längst ausgestiegen sind. Durch dieses Erzeugungsprofil produzieren vertikale Anlagen dann Strom, wenn der meiste Strom gebraucht und an den Börsen teuer gehandelt wird. Die Mittagsspitze fehlt zwar – doch dann ist ohnehin genug Sonnenstrom im Netz vorhanden. Eine Studie von Next2Sun zeigt: Die spezifischen Markterlöse durch senkrechte Montage liegen in Deutschland um bis zu 22,9 Prozent höher als bei herkömmlichen Solarparks mit Südausrichtung. Unser Solarredakteur Sven Ullrich hat sich die Technologie näher angesehen. | 32
CCS und Wasserstoff
Ein weiterer Trend, zumindest in den Diskussionen rund um die Transformation, ist das Thema CCS für die Wasserstoffproduktion. Im Koalitionsvertrag erklären CDU/CSU und SPD die Umstellung auf „klimaneutralen“ Wasserstoff zum langfristigen Ziel und lassen Raum für Interpretation. Für den Hochlauf wollen sie „alle Farben“ nutzen und verknüpfen dies mit Plänen für ein CCS-Gesetzespaket. Wer im Zusammenhang mit Wasserstoff von Carbon-Management und CCS spricht, meint jedoch Wasserstoff aus fossilem Gas. In einer Pro-und-Kontra-Diskussion machen wir die Vor-, aber auch die Nachteile der Technologie sichtbar. Das Hauptproblem dürfte in einer Verunsicherung der Marktteilnehmer liegen. Kritiker sprechen mit Blick auf Wasserstoff und CCS von einer „Nebelkerze“. | 38