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Gemeinschaften als lokale Treiber

Österreich hat seit einigen Jahren einen weit entwickelten, praktisch erprobten Rechtsrahmen für Energiegemeinschaften und Energy Sharing, während Deutschland erst 2025 einen speziellen Energy‑Sharing‑Paragrafen eingeführt hat und noch am Hochlauf und der Ausgestaltung arbeitet

Auf dem österreichischen „Tag der Energiegemeinschaft 2025“ informierten sich zahlreiche Vertreter aus Kommunen und Energiegemeinschaften über aktuelle Entwicklungen im Bereich Energy Sharing. Im Fokus standen Chancen von Energiegemeinschaften, innovative Geschäftsmodelle und digitale Lösungen.

Zum Verständnis: Anders als Deutschland hat Österreich das Energy Sharing über Erneuerbare‑Energie‑Gemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften im Erneuerbaren‑Ausbau‑Gesetz (EAG 2021) und im Elektrizitätswirtschafts‑ und Organisationsgesetz (ElWOG) bereits früh verankert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Wie sich inzwischen zeigt, sind Energiegemeinschaften entscheidend für regionale Wertschöpfung und mehr Unabhängigkeit. Viele Bürger sehen darin eine Möglichkeit, sich direkt an der erneuerbaren Energiezukunft zu beteiligen und von stabilen Energiepreisen zu profitieren.

Österreichs Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verglich Energiegemeinschaften mit einem Wochenmarkt: „Die einen bringen etwas ein, die anderen nutzen es. Am Ende profitieren alle davon.“

Die einen bringen etwas ein, die anderen nutzen es. Am Ende profitieren alle davon.

Elisabeth Zehetner, Energie-Staatssekretärin, Österreich

Peer-to-Peer-Handel als neuer Trend

Neben klassischen Energiegemeinschaften gewinnt der Peer-to-Peer-Energiehandel an Bedeutung. Dabei wird Strom direkt zwischen Erzeugern und Verbrauchern geteilt, ohne juristische Person als Mittler. Das Modell gilt als unbürokratische Weiterentwicklung der Energiegemeinschaften.

Niederösterreich als Vorreiter

Mit 1.720 Energiegemeinschaften nimmt Niederösterreich landesweit eine Führungsrolle ein. Die Energiezukunft Niederösterreich (EZN) betreut rund 250 dieser Gemeinschaften. Die Plattform Egon ist mit 50.000 Nutzern die meistgenutzte Energie-Sharing-Lösung in Europa.

EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz betonte: „Die EVN entwickelt sich mit Energiegemeinschaften vom klassischen Versorger zum Datenmanager. Wir wollen diese Bewegung weiter stärken und die Energiezukunft aktiv gestalten.“

Herbert Greisberger, Geschäftsführer der Energie- und Umweltagentur NÖ, resümierte: „Energy Sharing ist gekommen, um zu bleiben. Der Tag der Energiegemeinschaft hat einmal mehr bewiesen, dass die Zukunft der Energie lokal beginnt.“

Ende November wurden zudem 36 besonders erfolgreiche Energiegemeinschaften mit über 100 Mitgliedern von der EZN ausgezeichnet, darunter drei Großgemeinschaften mit mehr als 500 Mitgliedern. Nicole Weinhold

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